Dosierung anpassen in der Schwangerschaft

  • Hallo ihr Lieben,


    ich nehme seit Sep/19 wegen einer Unterfunktion Euthyrox. Vor meiner Schwangerschaft habe ich 75mg genommen und relativ zeitnah die Dosierung auf 100mg erhöht, da meine freien Werte sehr niedrig waren. Der Tsh lag zu dem Zeitpunkt bei 0,52. Jetzt nach 4 Wochen (9. Ssw) war ich wieder bei meinem Arzt, um die Werte erneut bestimmen zu lassen. Die Werte sind zwar gut angestiegen, der Tsh hat sich jedoch weiter erhöht. Der fT3 hinkt hinterher, weshalb ich erneut um 6,25 erhöhen soll.

    Seitdem geht es mir jedoch sehr schlecht und ich habe starkes Herzrasen und einen hohen Puls von teils 90/100. Vor der Dosiserhöhung hatte ich bereits wieder leichte Beschwerden, wie trockene Augen und Muskelschmerzen, was bei mir normalerweise bei einer Unterversorgung vorkommt.


    Meine Nährstoffe liegen soweit alle im guten Bereich, bis auf Ferritin.


    Vitamin B12: 619 (197 - 771)

    Vitamin D : 95,8 (>50)

    Ferritin: 51,9 (13 - 150)

    Selen: 134 (50 - 120)

    Zink: 89 (60 - 120)

    Folsäure: 18,4 (3,89 - 26,8)


    Eisen vertrage ich leider garnicht und hatte da bereits Verschiedenes ausprobiert. Da helfen leider nur Infusionen, die jedoch derzeit im 1.Trimester nicht möglich sind.


    Meine aktuellen Schilddrüsenwerte:

    TSH 0,91

    Ft3 3,18 (2 - 4,4) 49,17%

    Ft4 1,47 (0,9 - 1,7) 71,25%


    Passt die derzeitige Dosierung von 106,25, oder könnte ich in einer Überfunktion rutschen?


    Über eine Antwort wäre ich euch sehr dankbar!


    Liebe Grüße


    Verlauf:


    Vor der Schwangerschaft :

    02.07.20

    50mg Euthyrox (Dosierung seit 30.05.20)

    TSH 0,17 (0,27 -4,40 U/ml)

    fT 4 1,23 (0,93 -1,70 ng/dl) 38,96%

    fT3 2,51 (2,00 - 4,40 pg/ml) 21,25%


    14.09.20

    75mg Euthyrox (Dosierung seit 03.07.20)

    TSH: 0,03 (0,27-4,20)

    fT3: 3,23 (2,00 - 4,40) 51,25%

    fT4: 1,47 (0,93 - 1,70) 70,13%


    Während der Schwangerschaft:

    05.10.20 (5 Ssw.)

    75mg Euthyrox (Dosierung seit 03.07.20)

    TSH : 0,52

    fT3 : 2,65(2-4,4) 27,08%

    ft4 : 1,42 (0,92-1,7) 63,64%


    30.10.20 (9. Ssw.)

    100mg Euthyrox (Dosierung seit 06.10.20)

    TSH 0,91

    Ft3 3,18 (2 - 4,4) 49,17%

    Ft4 1,47 (0,9 - 1,7) 71,25%


    -> 106,25mg Euthyrox (Dosierung seit 03.11.20)

  • Hallo Belle!


    Was genau verstehst Du denn unter einer angeborenen mitochondrialen Myopathie?

    Wer hat das diagnostiziert und wie? Gibt es da Werte oder irgend was in der Art?


    LG Augenstern

    "Frage den Kranken, ob er bereit ist alles aufzugeben, was ihn krank macht.
    Erst dann darfst Du ihm helfen"

    (Sokrates)

  • Hallo Augenstern, ich habe einen angeborenen Gendefekt der eine Störung der Mitochondrien zur Folge hat. Ich habe die Unterform Cpeo+. Dies wurde durch eine Muskelbiopsie diagnostiziert, da man dort im Gewebe die typischen Anzeichen fand, wie ragged red Fasern. Da diese Erkrankung sehr selten ist, sind nur wenig Ärzte darauf spezialisiert.


    Lg

  • Belle,


    von der mitochondrialen Myopathie habe ich keine Ahnung.


    Nur, wenn man Stress auf mitochondialer Ebene vermeiden kann, dann sollte man das unbedingt machen. Das gilt für Gesunde und für Dich umso mehr.


    Arbeite bitte folgende Threads durch und folge den Links.

    Tipps zur Unterstützung der Gesundheit im Alltag

    Es geht besonders um EMF. Bitte alles von HC lesen und umsetzen.


    Dann gibts hier die allgemeingültige Zusammenfassung für Schwangere, mit oder ohne Hashimoto.


    Wenn Du Deine Dosis seither noch nicht gesplittet hast ..... kannst Du Dir hier Anregungenholen.


    In Deinen Auflistungen sehe ich viele prozentuale Angaben und Umrechnungen.

    Die halten wir für entbehrlich, denn die Prozente orientieren sich am Referenzbereich, der kann sich ändern ...... dann hast Du keine Vergleichsgrundlage mehr.

    Deswegen, orientiere Dich an den tatsächlichen Zahlen.


    Dann schau diesen Thread zu Bindemitteln durch…


    Manche Dinge beantworten sich aus den verlinkten Inhalten, hast Du weitere Fragen, dann gerne fragen.


    LG

    ardnowa

    „Wer nicht handelt, dem wird auch der Himmel nicht helfen.“
    - Sophokles -

  • Hallo ardnowa,


    vielen Dank für die ausführliche Antwort.

    Ich hätte tatsächlich noch einige Verständnisfragen.


    "2. Werte im oberen Normbereich halten, so hoch wie möglich, ohne ÜF-Symptome zu bekommen"

    Nun ist mein fT4 ja bereits im oberen Drittel und ich sollte dennoch erhöhen. Fraglich, ob ich damit nicht in eine Überfunktion rutschen könnte, da die vorherige Blutentnahme ja nur 3,5 Wochen her ist und ich verstärkt Herzrasen habe. Wie lange benötigt es , bis die Hormonkonzentration gänzlich im Blut angezeigt wird? Ich bin von 6 Wochen ausgegangen.


    "3. HCG drückt das TSH = die eigene SD macht weniger. Ist also relevant für Leute, die noch funktionierendes Restgewebt haben". Würde das bei mir ebenfalls dafür sprechen, dass eine Erhöhung ratsam war? Mein Tsh ist trotz der vorherigen Erhöhungen gestiegen.


    Lieben Gruß.

  • Belle,


    es ist schon okay, nach den SD-Hormonen zu schauen und die immer schnell an den gesteigerten Bedarf anzupassen.

    Steigt das TSH, signalisiert das der SD, Produktion steigern, in Deinem Falle, Dosis erhöhen.


    Aber beachte bitte auch die anderen von mir angesprochenen Punkte, die sind mindestens so wichtig, wie eine der Situation angepaßte Substitution.


    So Du Respekt vor einem zu hohen fT4 hast, wäre die Möglichkeit, T3 direkt zu nehmen, welches mit Thybon zur Verfügung steht.

    Das bringt einerseits eine stoffwechselaktive Form der SD-Hormone direkt in den Stoffwechsel, und scheint zudem die Umwandlung zu verbessern ...... senkt in der Folge meistens fT4, weils ja umgewandelt wird

    Hättest Du die Möglichkeit, dass Du das verschrieben kriegst? Thybon 20 von Henning?


    Ich wiederhole nochmal, SD-Hormone sind wichtig, aber ohne alles andere zu berücksichtigen, wirst du Deinem Leib als Gesamtkunstwerk nicht gerecht :lach:.


    LG

    ardnowa

    „Wer nicht handelt, dem wird auch der Himmel nicht helfen.“
    - Sophokles -

  • Danke dir, da werde ich auf Dauer doch einiges angehen müssen.


    Leider sind meine Ärzte da stark unterschiedlicher Meinung. Mein Endo geht ausschließlich nach dem TSH Wert und meine Frauenärztin scheint sich generell wenig auszukennen.

    Ihr ist die Dosierung viel zu hoch, weshalb eine Woche nach der Erhöhung erneut die Blutwerte untersucht wurden.

    Ich weiß, dass diese nach so einer kurzen Zeit wenig Aussagekraft haben, doch nach ihr solle ich auf 75mg runter. Mir geht es momentan wieder etwas besser. Das Herzrasen ist zurück gegangen und auch der fT3 zieht mit.


    Aktuelle Werte:

    TSH: 0,68 IU/m (0,27 - 4,20)

    fT3: 3,33 pg/ml (2,00 - 4,40 )

    fT4: 1,49 ng/dl (0,93 -1,70)


    Liebe Grüße.

  • Hallo Belle,


    wenn es dir besser geht, würde ich auf keinen Fall das LT reduzieren.


    Nach einer Dosisänderung beim LT sollte man nach 4 Wochen mal neue Werte machen lassen.


    Deine Werte rechtfertigen meiner Meinung nach keine Senkung.


    LG Finchen

    Probleme, die man konsequent ignoriert, verschwinden nur, um Verstärkung zu holen.

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