Meinung zu Werten

  • Hallo zusammen, ich bin 23 und bei mir ist das Thema Hashimoto/Schilddrüse gerade ziemlich plötzlich aufgekommen.
    Ich würde einfach gerne mal hören, was ihr zu meinem Verlauf sagt und ob jemand vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht hat.

    Schon 2018 hatte ich auffällige Werte:TPO-Antikörper >1.300 IU/mlANA positiv, Titer 1:1280, homogenes Muster

    Die damals zusätzlich bestimmten ENA (u. a. SSA/Ro, SSB/La, Sm, RNP und Zentromer-B) waren negativ.
    Bei einer weiteren Untersuchung am 19.10.2018 waren meine eigentlichen Schilddrüsenwerte allerdings noch komplett normal:

    TSH 0,77

    fT3 3,5

    fT4 1,2

    Anti-TPO 169 IU/ml (Ref. <37)

    TRAK 0,8 (Ref. <1,8)

    Auch am 07.05.2020 lag mein TSH mit 1,95 noch völlig im Normalbereich.
    Damals wurde allerdings nichts behandelt und ehrlich gesagt war das Thema Schilddrüse für mich danach auch erstmal erledigt.

    Am 03.06.2026 wurde dann eher zufällig bei meiner Frauenärztin festgestellt: TSH 10,10

    fT4 9,88

    fT3 2,84

    Sie meinte, ich solle meine Schilddrüse unbedingt nochmal beim Hausarzt kontrollieren lassen. Zudem ergaben meine Werte ein PCOS, was ursprünglich untersucht werden sollte. Rückblickend gab es auch 2018 schon eine hormonelle Auffälligkeit mit einem erhöhten Androstendion von 4,5 ng/ml (Ref. 0,3–3,3). Meine damaligen Symptome wie Haarausfall wurden jahrelang von den Ärzten mit dem PCOS erklärt.
    Bei der nächsten Blutabnahme am 27.07.2026, also nur 7 Wochen später, kam dann: TSH 204 und
    fT4 3,04

    Mein Hausarzt war von den Werten selbst relativ geschockt und meinte, ich solle auf jeden Fall sofort mit den Tabletten anfangen. Im Ultraschall sah die Schilddrüse wohl auch schon etwas zurückgebildet/verändert aus. Ich meine, er hätte etwas von ungefähr 12 ml gesagt, bin mir bei der Zahl aber nicht mehr hundertprozentig sicher. Seitdem nehme ich L-Thyroxin 100 µg täglich. Rückblickend hatte ich schon einige Beschwerden, vor allem extreme Müdigkeit, teilweise Brain Fog und Konzentrationsprobleme, Schlafprobleme und eine ziemlich schnelle Gewichtszunahme. Außerdem schlafen mir Arme und Beine relativ schnell ein bzw. kribbeln und meine Beine fühlen sich teilweise angespannt an, fast so, als würde gleich ein Krampf kommen. Zeitweise hatte ich auch überhaupt kein Hungergefühl. Gleichzeitig finde ich es irgendwie erstaunlich, dass es mir bei einem TSH von 204 nicht noch viel schlechter ging. Was mich außerdem beschäftigt: Ich fliege jetzt für mein Auslandssemester für mehrere Monate nach Bali. Deshalb mache ich mir natürlich Gedanken, wie gut und schnell sich meine Werte jetzt einstellen lassen und wie ich das Ganze dort am besten handhabe. Vielleicht hat jemand Erfahrungen mit ähnlichen Werten und kann mir ein bisschen erzählen: Hatte jemand von euch auch schon einen TSH über 200 und wie lange hat es gedauert, bis die Werte deutlich runtergegangen sind? Hat sich bei jemandem der TSH auch innerhalb weniger Wochen so extrem verschlechtert?
    Kennt jemand einen ähnlichen Verlauf, bei dem die TPO-Antikörper schon jahrelang erhöht waren, TSH und freie Werte aber noch lange normal blieben und die Schilddrüsenfunktion dann irgendwann relativ plötzlich eingebrochen ist? Hat jemand etwas Vergleichbares erlebt oder eine Erklärung dafür bekommen?
    Wie habt ihr den Start mit 100 µg L-Thyroxin vertragen?

    Wann habt ihr körperlich gemerkt, dass die Tabletten wirken?

    Hattet ihr trotz extrem schlechter Blutwerte teilweise noch ein relativ normales Befinden? Hat jemand zusätzlich so einen hohen ANA-Titer von 1:1280 bei gleichzeitig negativen ENA? Wurde das bei euch später nochmal kontrolliert oder beispielsweise Anti-dsDNA bestimmt?

    Welche zusätzlichen Blutwerte bzw. Nährstoffe lasst ihr regelmäßig kontrollieren?
    Hat sich bei euch nach der richtigen Einstellung auch Gewicht, Energie, Konzentration und Zyklus wieder verbessert?

    Und vielleicht speziell an diejenigen, die länger in sehr warmen Ländern leben: Wie transportiert und lagert ihr L-Thyroxin bei dauerhaft hohen Temperaturen? Nutzt ihr eine Kühltasche oder reicht ein möglichst kühler, trockener Ort? Wie macht ihr das auf längeren Reisen und Flügen - setzt ihr wegen der Zeitdifferenz 1 Tag die Einnahme aus?

    Tut mir Leid für die vielen Fragen - Ich bin gerade vor allem neugierig, wie andere mit ähnlich extremen Ausgangswerten gestartet sind und wie sich das bei euch in den ersten Wochen und Monaten entwickelt hat :)

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