Woher nehmen wir das Jod, wenn wir nicht dürfen?

  • Hallo, leider bin ich etwas verwirrt. Ich lese gerade in einem Buch über Hashimoto, dass Jod sehr wichtig ist bei folgendem Prozess: Die Schilddrüsenzellen sind die einzigen Zellen unseres Körpers, die Jod absorbieren können. Das aus der Nahrung aufgenommene Jod setzt die Schilddrüse mit der Aminosäure Tyrosin zusammen und wandelt diese Mischung in Thyronin (T4) um.....usw.


    Wenn wir nun aber wegen Hashimoto kein Jod mehr zu uns nehmen dürfen, wächst dann nicht der Kropf bzw. Struma auf der Suche nach Jod? :ZombieWink:

  • Hallo Michiko!


    Du schreibst:


    Zitat von Michiko

    Hallo, leider bin ich etwas verwirrt. Ich lese gerade in einem Buch über Hashimoto, dass Jod sehr wichtig ist bei folgendem Prozess: Die Schilddrüsenzellen sind die einzigen Zellen unseres Körpers, die Jod absorbieren können. Das aus der Nahrung aufgenommene Jod setzt die Schilddrüse mit der Aminosäure Tyrosin zusammen und wandelt diese Mischung in Thyronin (T4) um.....usw.


    Wenn wir nun aber wegen Hashimoto kein Jod mehr zu uns nehmen dürfen, wächst dann nicht der Kropf bzw. Struma auf der Suche nach Jod? :ZombieWink:


    => Irgendwie scheint dieses "Buch" alles zu verdrehen, was man verdrehen kann.


    1) Jod brauchen wir, wenn der Körper Thyroxin herstellen soll, das ist sicher.


    Problem: Bei Hashimoto läuft das Immunsystem Sturm gegen die eigenen Schilddrüse und zerstört diese nach und nach.


    Wenn man jetzt eine Hashimoto-SD Jod gibt kann dies den Zerstörungsprozess beschleunigen.


    Mit diesem Jod im Körper soll ja eigentlich nur Thyroxin hergestellt werden.


    Wenn man jetzt sich jodarm (was im normalen Leben sehr schwer ist, denn überall ist heute Jod oder Jodsalz drin) ernährt und gleichzeitig Thyroxin nimmt, ist da kein Problem.
    Jod hat einfach nur den Hauptfunktionsfaktor, daß daraus Thyroxin hergestellt wird und wenn man jetzt Thyroxin als Tablette oder Kapsel nimmt, ist da Problem gelöst.


    2) Diese Behauptung, daß Hashimoto ihre Ursachen "Jodmangel" hätte, fehlt jede wissenschaftliche Grundlage, den es wurde eine Zunahme der Hashi-Fälle gerade den Ländern beschrieben, wo eine "Zwangsjodierung" erfolgt.


    Gerade in Ländern mit hohem natürlichem Jodkonsum trat diese Erkranunkung schon früher - vor Jodierung - gehäuft auf. Der Entdecker Hakaru Hashimoto kam aus Japan, einem Land wo es garantiert extrem selten einen Jodmangel gibt.


    Vorstellbar wäre, daß ein Eremit auf dem Fudschijama keinen Fisch, kein Fleisch, keine Milch trinkt und keine Algen isst, sondern nur Reis, Soja und nur Kohl. Dann könnte ich mir vorstellen, daß dieser Eremit in Japan einen Jodmangel bekommt.


    3) Ich höre auch immer, daß die Japaner unwahrscheinlich viel jodhaltige Produkte essen und deswegen sei Jod gar nicht so schlimm, sondern total gesund (siehe Lugolsche Lösung).
    Da Japaner viel Fisch und Algen mit viel Jod essen, könnte man das auf den ersten Blick so sehen. Allerdings übersieht man dabei, daß diese Japaner auch sehr viele andere Nahrungsmittel essen, wie Soja und Kohlprodukte, die goitrogen wirken, d.h. das Jod der anderen Lebensmittel kommt gar nicht in den Blutkreislauf des Körpers und somit kann daraus kein Thyroxin hergestellt werden.


    https://www.reformwarenblog.de…ensmittel-sind-goitrogen/


    Somit wird das rechnerisch viele Jod gar nicht im Körper aufgenommen und wird gleich wieder ausgeschieden.


    Dass Japaner nicht an Jodmangel leiden, sieht man an ihren kleinen Schilddrüsen, die sie haben. Dr. Hakaru Hashimoto ist es als Pathologe eben aufgefallen, daß vieel seiner "toten Patienten" eine sehr große SD hatten, was äußerst unüblich in Japan ist.


    Diese Buch, was Du gelesen hast, würde ich in den Zentrale Ablage Papierkorb legen, dann wird es wieder recycelt.


    Liebe Grüße


    Michael D'Angelo


    P.S. Apropos Recycling: Das Jod von dem eingenommenen Thyroxin kann im Körper auch wieder recycelt werden, d.h. ein Jodmangel kann es eigentlich bei gleichzeitiger Thyroxin-Einnahme nicht geben, den jodfrei kriegen wir unsere deutschen Lebensmittel nicht.

  • Zitat

    Michiko hat geschrieben:
    Hallo, leider bin ich etwas verwirrt. Ich lese gerade in einem Buch über Hashimoto, dass Jod sehr wichtig ist


    Hi Michiko


    Wie genau heißt dieses Buch ?
    Ist es etwa das von Heufelder/Brakenbusch ?


    LG
    Ponyo

  • Vielen Dank an alle, die mir geantwortet haben! Ihr seid eine große Hilfe!
    Ponyo, das Buch, was mich betreffs Jod verwirrte ist von Dr. Berndt Rieger. Es stand in einem seiner Hashimoto-Bücher.

  • Hashimoto und Jod ist ein Brandthema. Da streiten sich die Geister.


    Weil Jod auch für andere Prozesse im Körper gebraucht wird, sehe ich es nicht so, dass man wie wild auf Jodaufnahme achten sollte.


    Was ich meiden würde, ist jodiertes Salz und Fertigprodukte jeder Art, die solches Salz enthalten. (leider die meisten Sachen, auch im Biobereich, also gut checken)


    Das Argument, dass in anderen Ländern, wo jodiertes Speisesalz eingeführt wurde, Hashimoto am Steigen ist, würde ich sehr mit Vorsicht genießen.
    Dort hat sich meistens auch die die traditionelle Ernährung massiv geändert.
    Das hat auf jeden Fall zur Folge, dass das Immunsystem nicht mehr gut funktioniert.
    Oft hielten westliche Nahrungsmittel wie Zucker und Weizen gleichzeitig Einzug.
    Also, nicht zwingend alles glauben, was einem gesagt wird. :UnschuldigesPfeifen;)


    LGA

    "Frage den Kranken, ob er bereit ist alles aufzugeben, was ihn krank macht.
    Erst dann darfst Du ihm helfen"

    (Sokrates)

  • Hallo Michiko!


    Es gibt sehr wohl wissenschaftlich begründbar einen Zusammenhang zwischen Jod und Hashimoto, hier zum langsamen Genießen:


    Zitat

    "In der Vergangenheit wurde auch immer wieder eine erhöhte Jodzufuhr als mögliche Ursache angeführt. Neueste Forschungsergebnisse zeigen aber einen ganz anderen Zusammenhang zwischen Jod und Hashimoto-Thyreoiditis auf:


    Jod erhöht in der Schilddrüse die Produktion von Schilddrüsenhormonen. Dabei ensteht oxidativer Stress (das heißt freie Sauerstoffradikale), der im Schilddrüsengewebe Entzündung auslösen kann. Um diesen aggressiven oxidati ven Stress unschädlich zu machen, besitzt die Schilddrüse ein Enzym, die Glutathionperoxidase. Dieses Enzym arbeitet aber nur ausreichend, wenn genug Selen zur Verfügung steht. Deutschland ist jedoch ein Selen-Mangelgebiet, so das viele Menschen unterversorgt sind. Nach bisherigen Studien kann man davon ausgehen, dass ein erhöhtes Auftreten neuer Erkrankungen an Hashimoto-Thyreoiditis nach Jodsubstitution bei einer ausreichenden Selenversorgung nicht auftritt."


    Quelle: https://www.individualmedizin-…shimoto-thyreoiditis.html


    Wir haben hier früher wenig Selen und wenig Jod regional in Deutschland gehabt.


    Heute haben wir viel Jod und wenig Selen, wenn wir Selen nicht extra substituieren.



    Ich persönlich hab früher amnestisch Sprue/Zöliakie gehabt, also kein Weizenmehl vertragen, Dinkel aber gut.
    Jetzt vertrage ich Weizen auch wieder gut.


    Und noch eine Quelle:


    Zitat

    Um die Synthese des lebenswichtigen Schilddrüsenhormons sicherzustellen, hat die Natur dafür gesorgt, dass die Versorgung der Schilddrüse mit Selen hohe Priorität hat und noch vor der Versorgung des Gehirns rangiert. Ein genetischer Mangel an Selenoprotein P und ein gleichzeitig bestehender Selenmangel führt zu einer Abnahme des Selens im zentralen Nervensystem, aber nicht in der Schilddrüse (Schomburg et al., 2006).


    In der Schilddrüse werden fortlaufend grössere Mengen H2O2 produziert, die als Substrat für die Schilddrüsenperoxidase (TPO) und somit für die Jodierung des Schilddrüsenhormons benötigt werden. Zur Vermeidung von Organschäden muß überschüssiges H2O2 unverzüglich in Peroxisomen inaktiviert werden. Die Zellorganellen bewerkstelligen dieses mit Hilfe der Selenoproteine Glutathionperoxidase und Thioredoxinreduktase. Ein Selenmangel führt infolge einer reduzierten Aktivität der antioxidativen Enzyme zu einer Schädigung von Schilddrüsengewebe durch exzessives H2O2. So führt die alleinige Jodidsubstitution bei einem schweren kombinierten Jodid/Selenmangel zu einer akzelerierten Fibrose der Schilddrüse durch H2O2 (Übersicht bei Köhrle et al., 2005). Dass ein Selenmangel die Entstehung einer Autoimmunthyreoiditis begünstigt oder diese sogar auslöst, wurde vermutet, ist aber nicht gesichert.


    Durch mehrere Studien wurde getestet, ob Selen den Verlauf von Autoimmunthyreoiditiden günstig beinflusst. Eine Studie an süddeutschen Patientinnen mit Hashimoto-Thyreoiditis zeigte eine signifikante Abnahme der TPO-Antikörper (MAK), aber nicht der Thyreoglobulin-Antikörper (TAK) unter einer Einnahme von 200 µg Natriumselenit über drei Monate und in einer Folgestudie über 6 Monate (Gärtner et. al., 2002; Gärtner und Gasnier, 2003)


    Quelle:http://www.immunendokrinologie…yreoiditis_und_selen.html


    Liebe Grüße


    Michael D'Angelo

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