Bluthochdruck durch Hashimoto? oder zwei Baustellen?

  • Liebes Forum, jetzt finde ich endlich mal etwas Zeit, meine Frage einzustellen. Ich hoffe, dass hier der richtige Platz dafür ist und dass ich einen neuen Thread eröffnen darf.

    Meine Werte und ein wenig zur Person findet ihr auch im Profil und im Vorstellungsbereich. (Die Werte leider nach Einnahme von LT)


    Ich (58 Jahre weibl.) habe seit 2014 die Diagnose Hashimoto und substituiere seitdem mit L-Thyroxin - gleichzeitig wurde mir ein leicht erhöhter Blutdruck bescheinigt. Bekam dafür zunächst keine Medikamente, sondern den Rat, etwas abzunehmen. Auch bei anderen Gelegenheiten zuvor, zum Beispiel als ich wg. Herzrasenattacken im KH war, wurde ein "labiler Bluthochdruck" festgestellt.


    Die erste L-Thyroxin Gabe hatte bei mir zunächst unmittelbar sensationellen Erfolg: 6 Kilo abgenommen, super drauf und aktiv - kein Herzrasen mehr - keine Weinerlichkeit - keine Erschöpfung ohne echten Grund etc. ich war super glücklich! - Den Blutdruck in der Zeit komplett vergessen.


    Im Laufe der Zeit leider wieder Verschlechterung und Gewichtszunahme + alle anderen Beschwerden incl. Herzrasen und Herzstolpern. Daraufhin 2017 von 75 auf 100 µg LT gesteigert.

    Auch im Frühling 2019 unter 100 µg LT auf einmal dauernd unangenehmes Herzklopfen, Rhythusstörungen, Herzrasen - vor Allem nach dem Essen. War dann sogar notfallmäßig im KH. Hier wurde eine "hypertensive Entgleisung" (164/78) festgestellt und ich bekam Blutdrucksenker Candesartan. (Betablocker soll ich nicht bekommen, da mein Puls in der Nacht auf 41 sinkt!)


    Ich hab nun nicht das Gefühl gehabt, dass der Blutdruck die Ursache ist, sondern eher eine Ausprägung der SD-UF. Hab eigenmächtig LT 100 auf 125 aufgestockt und Candesartan weggelassen. Es ging mir sehr gut. Mein HA ist nicht einverstanden. Ich soll weiter die BD-Senker nehmen und nicht so viel LT. Er meint, hoher BD sei ein ÜF-Symptom.


    Augenblicklich nehme ich zwar die BD-Senker aber trotzdem LT 125. Ich bin praktisch den ganzen Tag müde. Morgens ganz schlimm, Konzentrationsspanne gering. So wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben.; kann es sein, dass die LT Dosis noch zu gering ist?


    Ich frage mich (und Euch:), ob es sein kann, dass der erhöhte Blutdruck ein Anzeichen der SD-UF ist. Ist jemand unter Euch, die/der mir etwas über die Zusammenhänge von Blutdruck und SD erklären kann? Mein Ziel ist es, die BD-Senker wieder wegzulassen. Ist hier jemand, der/die das geschafft hat?


    Danke für Ratschläge


  • Hallo,


    hast du noch Werte unter einer geringeren Dosis?


    Ich hatte Bluthochdruck und hohen Puls in Unterfunktion, das sich mit LT besserte.

    Bei einem BHD in UF ist hauptsächlich der 2. BD-Wert erhöht, in ÜF der 1. BD-Wert.


    Die Erhöhung auf 125mcg finde ich heftig.


    Wenn man zu viel LT nimmt, hat man meist nicht die typischen Überfunktionssymptome, weil es eine Überdosierung ist, die andere Symptome machen kann.


    Man kann eine Weile mit einer zu hohen Dosis gut leben, bis der Körper irgendwann nicht mehr kann.


    LG Ellen

    SD-UF durch RJT

  • Hallo Ellen und danke für die schnelle Antwort.

    auch, dass Du 125 für evtl. zu heftig empfindest, ist mir eine Hilfe - allerdings bringe ich 85 kg auf die Waage, vielleicht liegt auch da der Hase im Pfeffer. Und ich habe 3 Jahre nach Diagnose und einer tollen Erstverbesserung mit TSH um 4 herumgedümpelt. Vielleicht schieße ich deshalb jetzt übers Ziel hinaus.


    Ich stelle jetzt hier einen Haufen Werte ein - (Wenn das zuviel ist, bitte Bescheid geben) - alle Werte wurden leider immer nach Einnahme der LT-Dosis erhoben :( das werde ich in Zukunft ändern. Neue Werte Ende des Monats


    meine "Wohlfühlwerte" nach der ersten Eingewöhnungszeit mit 50 µg und dann 75 µg LT waren


    TSH 19.12.2014 0,27 4,20 1,08 21%
    fT3 19.12.2014 2,00 4,40 3,00 42%
    fT4 19.12.2014 0,93 1,70 1,47 70%


    dann folgten leider längere Zeiten (3 Jahre!), in denen es mit schlecht ging


    Beispiel:



    TSH 22.11.2016 0,27 4,20 4,06 96%
    fT3 22.11.2016 2,00 4,40 2,48 20%
    fT4 22.11.2016 0,93 1,70 1,26 43%



    Erst nach Unterstützung durch eine Heilparaktikerin habe ich mich dann durchgesetzt und auf 100 µg erhöht


    TSH 05.01.2018 0,27 4,20 0,23 -1%
    fT3 05.01.2018 2,00 4,40 2,92 38%
    fT4 05.01.2018 0,93 1,70 1,72 103%



    Anfang 2019 dann mit weiterhin 100 µg


    TSH 24.05.2019 0,27 4,20 1,25 25%
    fT3 02.05.2019 2,00 4,40 2,58 24%
    fT4 02.05.2019 0,93 1,70 1,55 81%


    nach verschiedenen Beschwerden auf 125 µg erhöht. (also eigenmächtig 1/4 Tablette mehr, kleinere Bruchstücke lassen sich ja nicht herstellen).


    TSH 06.08.2019 0,27 4,20 0,15 -3%
    fT3 06.08.2019 2,00 4,40 3,02 43%
    fT4 06.08.2019 0,93 1,70 1,86 121%


    das ist der letzte Stand und damit ging es mir 4 Wochen lang sehr gut. Dann kamen die Blutducksenker (Candesartan 8) zurück , und zz. bin ich echt lahm... und mutlos.

    LG

    tulip

  • Danke für die Werte.


    Ich hatte mir schon gedacht, dass du wegen der Teilerei auf 125 mcg bist.

    Achteln geht auch, aber ist schwierig. Ein Tablettenteiler aus der Apotheke ist hilfreich. Damit würdest du auf 112,5 mcg kommen.


    Mir scheint, dass es bei dir an der Umwandlung hapert.

    Ich würde mit den Ärzten über zusätzliches T3 sprechen.


    LG Ellen

    SD-UF durch RJT

  • Hallo liebe Tulip,


    willkommen im Forum, schön, daß Du hierher gefunden hast.

    Eine kurze Anmerkung eines älteren Herrn, der Höhen und Tiefen alle selber durchlaufen hat und der sich jetzt auf einem sehr guten Wege wähnt:

    Schilddrüsen-Werte nach Hormon-Einnahme sind wenig aussagekräftig, das könntest Du in Zukunft anders gestalten.

    Aber das wichtigste, denk und schau weiter, denkt man kurz, springt man kurz.


    Hashimoto ist nicht primär ein Schilddrüsen-Problem, sondern ein System-Problem, ein autoimmunes System-Problem, das nur zufällig nach der Schilddrüse greift.

    Augenstern hatte hier eine großartige Vorgehensweise zur Diagnose zusammengestellt, anhand derer sich das Gesamtsystem beleuchten, evaluieren und behandeln läßt.

    Vorschlag für eine umfassende Diagnose


    Sonst passiert es allzu oft, also fast immer, daß man an der Schilddrüsen-Hormon-Dosis schraubt und optimiert und, wie es dir jetzt auch schon einige Male ergangen ist, die schlechten Geister nach einer geraumen Weile wieder zurückkommen.


    Bei Herzproblemen denke auch immer an Magnesium und andere Mineralien.


    Und wegen Deiner leichten Gewichtsprobleme, könntest Du über eine Ernährung ohne Weizen, ohne Kuh-Milchprodukte und mit sehr viel weniger Fett nachdenken.


    So Dir die vorgeschlagenen Möglichkeiten unklar sind, dann dürftest Du gerne nochmal nachgefragt haben.


    Mit freundlichen Grüßen

    Theo2

  • Hallo Theo, danke für die Hinweise.

    Ja, in Zukunft werde ich die Werte natürlich vor der LT-Einnahme ermitteln. Dumm gelaufen. Weiß nicht, wieso ich nicht eher darauf gekommen bin.


    Auf Weizen und Kuh(Milch) und Fett zu verzichten? Das würde bedeuten, meinen Ernährung ziemlich von der Familie abzukoppeln. Auch habe ich verschiedene Diäten hinter mir und bisher nach ersten Erfolgen nachher immer mehr drauf als vorher. Fett in der Nahrung ist ohnehin nicht so sehr mein Problem, dann wirklich eher Weizen und Zucker. und daran arbeite ich schon.

    Insgesamt habe ich aber den Eindruck, dass mein Stoffwechsel eine Schnecke ist....


    Vor der umfassenden Diagnose nach Augenstern schrecke ich noch etwas zurück:


    1. Ich müsste sehr viel mehr Infos haben, um meinen HA und vielleicht auch mich von der Notwendigkeit bzw. dem Nutzen der vielen Laborwerte zu überzeugen. Ein abgestuftes Vorgehen wäre mir lieber. Wie oft soll denn all das gemacht werden?


    2. die Möglichkeit, die Werte aufzuteilen zwischen HA, Gyn und Endo ist für mich vollkommen unrealisisch, da ich kurzfristig gar keine Termine bekomme, die dann ja noch zusammenpassen sollten (>> 1/2 Jahr Wartezeiten).


    Ich werde jetzt nochmal die verschiedenen Laborwerte meiner Hashimoto-Karriere durchgehen, und schauen, ob sich da ein Weg abzeichnet, also welche Werte evtl. mal grenzwertig waren. - Vitamin D war mal sehr niedrig; und MCV gelegentlich etwas an der unteren Grenze.


    Mir graut es auch davor, noch lauter Tabletten, Kapseln etc. einzunehmen und einen Einnahmeplan über den Tag mit der Ernährung abzustimmen. Das kann nicht im Sinne des Universums sein. Ich weiß schon nicht, wann denn Selen, wenn ich z.B. zum Frühstück Orangensaft (Vitamin C) trinken will.... wann Magnesium? Eisen? Vitamin D. das wird doch echt unübersichtlich. Wie schafft man das?


    LG

    tulip

  • tulip,

    Auf Weizen und Kuh(Milch) und Fett zu verzichten? Das würde bedeuten, meinen Ernährung ziemlich von der Familie abzukoppeln.

    .... wieso das denn?

    Du optimierst für alle, übernimm die Verantwortung, mit dem seitherigen Protokoll, bist Du ja nicht gesund geblieben, die anderen eventuell auch nicht, dann kann man ja auch was ändern?!

    Und nein, das ist keine Diät, sondern eine Ernährungsumstellung in Richtung artgerecht.

    Sich unverträglichen Müll reinzupfeifen bedeutet ja nicht Qualität, sondern nur den Bauch füllen.

    Zusammenhänge und Hintergründe findest Du hier (klick).

    tulip, Du mußt das nicht machen und bedenke, Du machtest das nicht für und und um zu gefallen, sondern um zu gesunden.

    1. Ich müsste sehr viel mehr Infos haben, um meinen HA und vielleicht auch mich von der Notwendigkeit bzw. dem Nutzen der vielen Laborwerte zu überzeugen. Ein abgestuftes Vorgehen wäre mir lieber. Wie oft soll denn all das gemacht werden?

    Lies nochmal die Begrüßungspost in der Vorstellung und die komplette Diagnose, dann hast Du bereits alle Infonen.

    2. die Möglichkeit, die Werte aufzuteilen zwischen HA, Gyn und Endo ist für mich vollkommen unrealisisch, da ich kurzfristig gar keine Termine bekomme, die dann ja noch zusammenpassen sollten (>> 1/2 Jahr Wartezeiten).

    Eventuell könntest Du Geld in die Hand nehmen, in ein freies Labor gehen, dann bist Du der Auftraggeber und kriegst was Du brauchst und nicht iwas, nur weils billig ist, wie z.B.kleines Blutbild.

    Das kostet, du kommst aber schneller ans Ziel und bist nicht auf Wohlwollen, Launen und Budgets von Docs angewiesen.

    Vitamin D war mal sehr niedrig; und MCV gelegentlich etwas an der unteren Grenze.

    Und hast Du damals mit der Information gearbeitet?

    Mir graut es auch davor, noch lauter Tabletten, Kapseln etc. einzunehmen

    Brauchst Du nur im Notfalle und nur wenn Du die essentiellen Nährstoffe mit Deiner Ernährung nicht abdeckst.

    Und grauen würde mir davor nicht, wäre es doch eine Option mit den Notwendigkeiten versorgt zu sein, die Alternative wäre Mangelernährung.

    Das will man ja auch nicht.

    Das kann nicht im Sinne des Universums sein

    Naja, die Menschheit hätte niemals (bis hierher, im Moment arbeiten wir eher an der Umkehrung) eine solch positive Entwicklung genommen, wenn sie sich über die Jahrtausende so ernährt hätten, wie im Moment. Deswegen checken, überlegen, was Du per Ernährung regeln kannst, und den Rest supplementieren :Daumen:.


    Vorerst könntest Du auch damit beginnen, Deine LT Dosis zu splitten, das sorgte für eine gleichmäßigere Versorgung mit kleineren Pegelausschlägen und somit auch kleineren Gegenpegeln.

    zum Frühstück Orangensaft (Vitamin C)

    ......... und hauptsächlich Fruchtzucker ......... :CrazyGrins:.


    Beste Grüße

    ardnowa

    „Wer nicht handelt, dem wird auch der Himmel nicht helfen.“
    - Sophokles -

  • Hallo ardnowa,

    danke, dass du Dich mit meinen Problemen und Antworten beschäftigt hast.

    Du wirst Deine Gründe haben, weshalb Du stellenweise so scharfe Formulierungen wählst:

    Sich unverträglichen Müll reinzupfeifen

    Ich halte Milch, Weizen und auch Fett nicht für unverträglichen Müll. Bisher bin ich noch nicht der Überzeugung, dass der Konsum von Kuhmilch und Weizen und Fett im allgemeinen zu meinen gesundheitlichen Problemen nennenswert beigetragen hat. (Abgesehen von deren Kalorienzahl und meinem gegenwärtig offenbar eingeschlafenen Grundumsatz.) Von reinpfeifen kann diesbezüglich auch keine Rede sein.


    Und nein, ich übernehme nicht die Verantwortung für die Ernährung meiner Familie und meiner Freunde. Wenn ich die Entscheidung treffe, bestimmte Nahrungsmittel zu vermeiden, dann bin das nur ich. Dann muss ich für mich selbst kochen ggf. auch einkaufen etc. Keine schlimme Sache, wenn ich weiß, wofür ich das tue und wenn es mir gut tut, klar. Aber allein ein gutgemeinter Tip aus dem Forum überzeugt mich noch nicht und ich will jetzt auch nicht zu viele Baustellen auf einmal haben.


    Augenblicklich muss ich, was meinen Lebensstil betrifft, erstmal einige Stressfaktoren verkleinern und ganz allgemein gut zu mir sein. Ich bin zum Beispiel morgens zu rein garnichts zu gebrauchen ohne mindestens einen Milchkaffee - eine Droge, meinetwegen. Aber da geh ich nur dran, wenn ich etwas mehr Energie habe.


    Lies nochmal die Begrüßungspost in der Vorstellung und die komplette Diagnose, dann hast Du bereits alle Infonen.

    Das habe ich alles öfter gelesen, aber ich brauche noch eine Weile, um zu recherchieren, wozu die einzelnen Blutwerte dienen, was sie im Zweifel aussagen etc. Da muss ich mich langsam rantasten, um beim HA auch gut argumentieren zu können.


    Aus dem Vorstellungsthread gibt es ja auch viele Fragen zum Lebenstil etc. aber dann doch keine Aussagen darüber, was da eigentlich hintersteckt.


    Und hast Du damals mit der Information gearbeitet?

    Ich habe im Frühjahr 2018 eine Weile Vigantoletten 1000 eingenommen und auch ein Eisenpräparat, aber nie wieder Vitamin D etc. kontrolliert.


    Jetzt hoffe ich, dass bei der nächsten BE einige Mineralien/Spurenelemente (Selen, Magnesium, Kalium, Zink, Eisen) und Vitamine (B6, B12, D) mitgemessen werden können. Hab für nächsten Donnerstag einen Termin. Dann bekomme ich auf jeden Fall auch neue SD Werte ohne vorherige LT Einnahme. Am kommenden Freitag dann auch Langzeit-Blutdruckmessung.


    Vielleicht kann ich auch bei den BD-Senkern etwas ändern, dass die mich nicht so aus den Socken hauen.


    Frage zum Splitten der LT-Dosis:

    wie gehe ich vor? Halbe/Halbe? Oder langsamer umstellen? Wie lange muss ich vor der Abenddosis nüchtern sein?


    Danke und Grüße

    tulip

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