Hallo ![]()
Ich bin 20 Jahre alt, weiblich und habe nach langem Ärztekampf seit ca. einem halben Jahr die Diagnose Hashimoto.
Ich bin 1,73 Meter groß und wiege 54 kg, hatte auch nie Gewichtsprobleme.
Bei mir fing alles an als ich 17 Jahre alt war und gerade in Endspurt des Abiturs steckte. Ich stand sehr unter Stress und hatte Angst das alles nicht zu schaffen und hatte auch keine Idee was ich nach der Schule mit meinem Leben anfangen sollte, was mich extrem unter Druck setzte. Ich probierte die Schule, die Prüfungsvorbereitungen, Freunde und Hobbys zu vereinen und allem gerecht zu werden, was mich nur noch mehr unter Druck setzte. Zur gleichen Zeit lernte ich meinen Freund kennen und begann ich die Pille zu nehmen.
In der ersten Einnahmepause der Pille ging es mir sehr schlecht. Mir wurde sehr schwindelig, meine Hände und Beine fingen an zu kribbeln und ich hatte das Gefühl als würden sie einschlafen. Weiter ging es mit Benommenheitszuständen, Kopfschmerzen, Sehstörungen und Panik. Seit dem hat sich der Zustand auch nicht mehr wirklich gebessert und ich sehe die Pille als den Auslöser all meiner Probleme oder zumindest als den Aspekt, der das Fass zum überlaufen brachte.
Ab da begann die Ärzte-Odyssee ! Nachdem ich meiner Frauenärztin die Sache geschildert hatte meinte sie meine Symptome könnten nicht von der Pille kommen. Ich nahm die Pille weiter und ging zu meiner Hautärztin die bis auf einen niedrigen Blutdruck nichts auffälliges finden konnte. Also nahm ich das erstmal so hin, steigerte mich aber immer weiter in meine Symptome hinein und bekam sehr große Angst. Ich begann ein FSJ im Kreißsaal was seeehr stressig war und ich wurde auch dauernd krank, unter anderem Fieber mit unklarer Genese, sodass ich fast über zwei Monate krank geschrieben wurde.
Sowohl Neurologe, zwei Kardiologen, HNO-Arzt, Augenarzt, die Augenklinik der Charité oder Orthopäde inklusive Physiotherapie konnten etwas auffälliges finden.
Mir wurde dauert gesagt ich sei noch jung und da wäre nicht. Das würde schon wieder von alleine weg gehen. Mein letzter Versuch war eine ganzheitlich arbeitende Orthopädin. Diese entließ mich mit den Worten, es seien jetzt schon so viele Dinge untersucht worden und ich könne auch nichts lebensbedrohliches haben. Ich solle damit leben und das einfach als Normalzustand ansehen und dann würde das auch wieder werden.
Mein Vertrauen in Ärzte war nach diesem ganzen hin und her total erschüttert. Ich nahm das also so hin und sagte mir, dass ich mir das alles bestimmt nur einbilden würde. Meine Lebensqualität war sehr eingeschränkt. Ich hatte keine Energie mehr und machte mir die ganze Zeit Gedanken darüber, dass ich irgendwie verrückt geworden bin.
Meine Mutter bemühte sich um einen Termin bei einem Endokrinologen. Sie schrieb einem Arzt in der Charité der uns überraschenderweise gleich am Tag darauf einen Termin anbot ! Er unterhielt sich lange mit mir und stellte unendlich viele Fragen, nahm Blut ab und äußerte den Verdacht auf eine Hashimoto- Thyreoiditis. Nach 2 Jahren gab en endlich einen Arzt der mich ernst nahm. Und tatsächlich hatte ich erhöhte Antikörper. Ich stellte mich in einer endokrinologischen Praxis vor, wo ein Ultraschall gemacht wurde und der Verdacht auf Hashimoto bestätigt wurde.
Der Endokrinologe sagte zu mir man könne da erstmal nichts machen, ich solle nur Selen nehmen. D sich dadurch aber nichts besserte nehme ich seit ca. 2 Monaten L-Thyroxin 25. Mein TSH Wert war zwar nur bei 2,75 mIE/ ml aber der Arzt meinte ich solle ausprobieren ob es mir damit besser geht. Weiterhin bekomme ich wegen eines Vitamin D Mangels Dekristol 20.000. Vier Wochen lang jede Woche eine Kapsel, danach alle zwei Wochen eine Kapsel.
Auf anraten einer befreundeten Osteopathin meiner Mutter nehme ich Magnesium und Selen dazu und ernähre mich seit ca.
2 Woche Glutunfrei.
Phasenweise geht es mir gut. Da merke ich fast nichts davon. Die meiste Zeit bringen mich unzählige Symptome fast um den Verstand. Am meisten zu schaffen macht mir dieses Kribbeln in den Händen und Füßen. Manchmal ist es auch im Gesicht, Kopf und in der Zunge. Ich habe sehr verspannte Muskel. Dazu kommen Lichtempfindlichkeit, Benommenheit und Schwindel. Das ist manchmal unerträglich aber der Endokrinologe kann mir nicht sagen woher das kommt und was man dagegen machen kann. Ich leide auch unter Angstzuständen. Das ist in letzter Zeit schlimmer geworden, sodass mein Freund in manchen Nächten zu mir fahren musste weil ich nicht alleine sein wollte. Die Pille nehme ich schon seit 1 1/2 Jahren nicht mehr und habe mir vor ein paar Monaten die Gynefix Kupferkette einsetzten lassen. Die macht mir leider auch eher mehr Probleme als Unbeschwertheit.
Ich tanze 2 mal die Woche in meinem Tanzteam, wir haben öfters auch Auftritte am Wochenende und verreisen zusammen. Da ich in Potsdam studiere habe ich lange Fahrtwege. Ich probiere jeglichen Stress zu meiden, alles in Ruhe zu machen, kürzer zu treten und probiere nicht mehr es allen recht zu machen. Auch auf meinen Schlaf probiere ich zu achten. Zu langen Partynächten am Wochenende habe ich nur selten Kraft und muss mich da sehr einschränken. Ich habe eine sehr liebevolle Familie und Freunde die Gott sei Dank viel Rücksicht auf mich nehmen und mich unterstützen.
Ich hoffe das ich in diesem Forum weitere Ideen finden kann, die mir helfen können mich endlich besser zu fühlen oder die mir helfen herauszufinden woher meine Symptome kommen und was ich dagegen tun kann. Auch mein jetziger Endokrinologe kümmert sich nicht wirklich um meine Symptome oder weiß nicht weiter.
Meine letzten Werte:
TSH: 0,91 mIE/ml ( 0,30-4,20 mIE/ml ) ( mit L-Thyroxin 25 )
FT3: 4,80 pmol/l ( 3,30-6,00 pmol/l )
FT4: 10,50 pmol/l ( 7,00-21,40 pmol/l )
TPO-AK: 139,40 IU/ml ( 0,00-35,00 IU/ml )
TRAK: > 0,10 IU/L ( 0,000-0,099 IU/L )
Ich habe noch unzählige andere Werte in dem Blutbefund, weiß aber nicht was die alle bedeuten.
Ich bedanke mich schonmal für jegliche Hilfe und freue mich darauf mich mit euch austauschen zu können und etwas zu lernen was mir weiterhelfen kann. ![]()