Psychische Aspekte der Diagnose Hashimoto-Thyreoiditis

  • Bei mir hat man auch lange die Psyche in den Fokus gestellt. Alleinstehend, alleinerziehend, berufstätig, nebenberufliches Studium, Beziehung zu ende da hat jede ganz klar gesehen, dass ich überfordert bin und deswegen an Depressionen und Schlafstörungen leide, etc. Und obwohl das alles stimmt und ich mich wirklich manchmal überfordert fühle und natürlich viel Stress und eine gewisse Vorgeschichte habe, habe ich als die Hashimoto-Beschwerden anfingen schon von beginn an vermutet, dass es etwas anderes sein könnte. Gerade weil ich die üblichen Symptome von Stress kenne. Ich hatte drei Wochen Urlaub und habe mich null erholt, hatte weniger Stress als zu anderen Zeiten in meinem Leben. All diese Argumente wurden nicht wirklich ernst genommen. Ich habe drei verschiedene Antidepressiva genommen, die alle paradox gewirkt haben, was den Psychiater total unzufrieden mit seiner Patientin gemacht hat. Das könne nicht sein, sagte er damals. Ich denke heute, dass das ganz schön kurzsichtig von ihm war. Ich hatte manchmal Angst, dass ich jetzt überschnappe und mir noch dabei zusehen kann. Heute weiß ich aber dass alles völlig normal erklärbar war und nichts verrückt war, sondern einfach nur den Umständen entsprechend.


    Ich kann jeden nur ermuntern auf sein Gefühl zu hören, vor allem wenn man von sich selbst weiß, dass man seinem Gefühl bisher immer vertrauen konnte und nicht dazu neigt sich in Dinge reinzusteigern, auch wenn das von außen so aussehen mag oder man sich viel dummes Zeug anhören muss.

  • Hallo Cordula


    I
    Ich kann jeden nur ermuntern auf sein Gefühl zu hören, vor allem wenn man von sich selbst weiß, dass man seinem Gefühl bisher immer vertrauen konnte und nicht dazu neigt sich in Dinge reinzusteigern, auch wenn das von außen so aussehen mag oder man sich viel dummes Zeug anhören muss.
    Ich kann dem nur zustimmen
    Sicher, gab es eine Zeit, die schlimm war und ich auch eine depressive Phase hatte, Jeder hat sein Paket zu tragen, aber es hört bei einigen Ärzten nicht auf und das finde ich echt schlimm, deswegen tue ich etwas !!!
    LG Hatschi

  • Wer weiß wie viele Menschen sinnlos mit AD behandelt werden und als Depressiv oder sonstwas gelten und das Gefühl haben nie gesund zu werden. Und dann ist es Hashimoto!

  • Hallo Cordula,
    vielen Dank für deinen Beitrag. Ich erkenne mich da in vielen Punkten wieder. Bei mir wird seit Jahren alles auf die Psyche geschoben, dabei hat seit 4 Jahren keine komplette Überprüfung meiner Werte stattgefunden (erst jetzt erfahren). Mir ging es erst seit Hashimoto schlecht. Habe mich aber zu einem SSRI überreden lassen und gedacht die Ärzte werden wohl recht haben. Da ich nachdem mein Kind 1 Jahr alt war wieder arbeiten gegangen bin, ein 2. Studium nebenher begonnen habe und viel gepowert habe. Aber ohne Kind hatte ich wesentlich mehr Stress und wusste wann ich überlastet war. Nach der Hashimotodiagnose hatte ich aber nicht das Gefühl überlastet zu sein, sondern dass mein Körper spinnt und dementsprechend meine Psyche. Ich hoffe endlich richtig eingestellt zu werden um meine Leistungsfähigkeit und Lebensfreude zurückzuerlangen.


    Liebe Grüße
    Loridori

  • Hallo,


    ich bin jetzt seit 2 Wochen mit der Diagnose Hashimoto konfrontiert. In meiner Geschichte hatte ich auch schon einen Burn Out, aus dem ich mich alleine wieder raus gekämpft habe. Ich habe eine gewisse psychologisch belastende Erfahrung, die mich seither eigentlich immer davor bewahrt hat mich zu verausgaben. Das ganze ist über 10 Jahre her, doch seit den letzten 3-4 Jahren gerate ich immer öfter in Situationen, in denen ich es nicht mal mehr schaffe einfach zur Arbeit zu gehen, sobald sich ein gewisser Stress pegel aufbaut. Das ordne ich nach jetzigem Wissen dem Verlauf und Fortschreiten meiner Hashimoto Erkrankung zu. Soweit komm ich damit klar.
    Ich bin jetzt gerade im Krankenschein seit Anfang Februar, durch einen sehr resistenten Grippe Virus. Dank pre-resistentem Husten wurden mehrere Bluttests gemacht, die dann auf eine SD-Szintigraphie zum Thorax CT führten. Da wurde dann Hashimoto festgestellt. Dem Husten entgegen bekam ich sehr starke Kortison Tabletten die mich schon in eine depressive, fast psychotische Stimmung brachten. Dann bekam ich nochmal Krankenschein um die Nebenwirkungen auszukurieren. In dieser Zeit habe ich vor einer Woche mit der Einnahme von Carbimazol 5 mg begonnen. Ich habe seither sicher zugenommen, meine Füße sind geschwollen und mein Rücken schmerzt. Wassereinlagerungen können auch vom Kortison schon begünstigt worden sein. Das schlimmste für mich ist aber ein anhaltendes Angstgefühl, Antriebsschwäche und depressiver Schwermut. So wollte ich diese Woche wieder zur Arbeit, doch zunehmend zum Wochenbeginn kamen starke Ängste in mir auf und so sitze ich noch immer hier. Ich habe es noch nicht einmal zu meiner Ärztin geschafft. Das werde ich heute angehen, da ich Angst um meinen Job habe, aber die Kraft nicht aufbringe dort zu erscheinen. Sehr verzwickt, doch am Ende frage ich mich, habe ich jetzt einfach einen Schub der Krankheit, die mich in die Unterfunktion und somit in diese psychische Lage bringt, oder ist es evtl auch dem Medikament zuzuordnen, das als Thyreostatikum ja eine Überfunktion lindern soll und mich dahingehend in die Unterfunktion und meine Lage bringt.


    Hat irgendwer ähnliche Erfahrungen gemacht? Wenn ja, muss ich im Rahmen der Medikation da durch?
    Denn ohne Medikamente kam ich - in der Regel - noch immer ganz gut klar. So schürt sich in mir auch eher noch der Verdacht, das ich trotzalledem eine zusätzliche psychische Belastungsstörung habe. Der privaten Situation geschuldet, habe ich genug Stress und Ereignisse hinter mir, die dazu führen könnten. Bisher war ich einfach der starke Pol, der jetzt vielleicht auch gerade einbricht?!


    Genug erzählt! Psychische Beeinträchtigung bei Medikationsbeginn normal? Ja oder nein?



    Grüße, Peffi

  • Willkommen peffi


    Poste doch bitte im Vorstellungsbereich oder Hauptforum
    Da kann Dir individuell geantwortet werden


    Viele Grüße und viel Spaß hier bei uns


    Jona

    Es gibt keine Gesunden - nur schlecht Untersuchte !

  • Zitat von Cordula_S.

    Wer weiß wie viele Menschen sinnlos mit AD behandelt werden und als Depressiv oder sonstwas gelten und das Gefühl haben nie gesund zu werden. Und dann ist es Hashimoto!


    Hallo Zusammen,


    hab hier grade bisschen gelesen, da es mir psychisch auch nicht grade bestens geht.
    Und das o.g. Zitat spricht mir aus der Seele.
    Habe mir selber schon die letzten Tage, seit meinem möglichen Hashimoto-Verdacht, gedacht :"Wer weiß wie oft und wie lange einige Menschen sich psychisch quälen, ohne den wahren Grund zu kennen und vielleicht grundlos diese ggf. nebenwirkungsreichen Tabletten schlucken". :Fluch:
    Es ist traurig, dass die Medizin eigentlich so fortgeschritten bei uns ist, aber trotzdem noch solche Sachen passieren.
    Vielen Dank für diesen Beitrag Cordula_S..
    Ich wünsche Euch, dass es Euch bald besser geht !! ;)


    LG Erdbeere91


    20.06.17 ----- TSH: 6,00 - Beginn Einnahme L-Thyroxin 25µg
    15.08.17 ----- TSH: 3,81 - Beginn Einnahme L-Thyroxin 50µg
    02.11.17 ----- TSH: 3,08 - Beginn Einnahme L-Thyroxin 75µg
    02.01.18 ----- TSH: 1,74 - Weitere Einnahme L-Thyroxin 75 µg

    22.02.18 ----- TSH: 1,40 - Weitere Einnahme L-Thyroxin 75 µg

    10.04.18 ----- TSH: 2,10 - Weitere Einnahme L-Thyroxin 75 µg

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