HASHIMOTO-FORUM.DE

Akzeptieren vs reinsteigern ?

Diskussionen rund um Hashimoto Thyreoiditis: Symptome, Hormoneinstellung, Befinden, Blutwerte, Zusammenhänge.
von Again
#59962
Hallo zusammen

Ich bin neu hier, erst seit gestern registriert.
In meiner Vorstellung könnt ihr einiges über mich und meinen Zustand lesen.

Zur Zeit , also seit ein paar Tagen, kann ich rein GAR NICHTS tun, außer auf dem Sofa liegen. Ich bin völlig platt und schwanke von extremster Müdigkeit und totaler Erschöpfung hin zu minimaler Besserung, so das ich zumindest mal aufs Klo kann oder hier reinlese.Hört sich extrem an, ist aber so...leider. :TraurigesJa:
Blutwerte und Ergebnis der SD alles im Laufe der nächsten Woche dann.....bis dahin kommt es mir unendlich vor...puh !

Da ich mit einer Hashimoto Erkrankung rechne (sämtliche Symptome sprechen leider dafür und sind auch in meiner Vorstellung aufgelistet), lese ich nun seit Stunden etwas darüber und bin so in dieses Forum gelangt.

Da ich psychisch seit meinem 21ten Lebensjahr kein "unbeschriebenes Blatt" bin, kann ich durchaus mitreden, wenn es heißt: trotz körperlicher Beschwerden wieder psycho-Ecke :NIchtGanzDicht: und weiß auch wie frustrierend das sein kann.
Für einige Ärzte ist das einfach und schnell für uns allerdings ein verlängerter Leidensweg.

Die Kraft, die ich als Betroffene zusätzlich für Arztsuche ect aufbringen muss, ist sehr immens, nicht zu unterschätzen der Frustberg, der sich nach enttäuschender Behandlung aufbaut (die sogar ins demütigende führen kann, da Ärzte sehr ungehalten reagieren können...ich selbst wurde schon angepöbelt oder gar schallend ausgelacht) . Da ich einen mir zur Seite stehenden Ehemann habe, mag ich mir gar nicht ausmalen wie DAS für Alleinstehende sein muss. :Vollpanik:

Etliche Schicksalsschläge über viele Jahre haben mich in Knie gezwungen, ich erspare mir hier meine gesamte Lebensgeschichte. ;)

nur so viel in Kurzform: Scheidung, Wegzug, Selbständigkeit...nach nur einem Jahr durch Betrug meines Geschäftsführers in Privatinsolvenz gestürzt. Burn-out...Klinik, Tochter zum Vater in die Schweiz gegeben, ging nicht anders, da ich nach dem Umzug völlig allein in der Stadt war :-( :( (wir sehen uns aber regelmäßig und haben ein liebevolles Verhältnis)

Wieder geheiratet...dann Bandscheiben und Schulter OP....seitdem nicht wieder richtig erholt.

Und nun liege ich hier...völlig am Boden und weiß und fühle sehr genau, das etwas in meinem Körper (also nicht nur in der Psyche) nicht stimmt.
Meine Vorgeschichte macht es mir also nicht gerade leicht, den Ärzten zu begegnen und eine adäquate Behandlung einzufordern. Wenn ich so kraftlos und erschöpft bin, kann ich nicht mal eben souverän und klar im Kopf auftreten, was wohl sehr verständlich ist.
Ich bin auch nicht übermäßig schmerzempfindlich oder neige zur Jammerei, wohl aber hochsensibel, ich gehöre also zu den HSP. Im Netz findet sich dazu Einiges. ;)
Leider ist das, ebenso wie Hashimoto allgemein, weitgehenst von zuständigen Psychologen und co bisher nicht in deren Fokus mit aufgenommen worden...schade.

Leider hab ich in der Vergangenheit allzu oft alles abgenickt, was Ärzte bei mir untersuchten,ohne es jemals in Frage zu stellen oder eine sog. Zweitmeinung einzuholen, sprich: der Arzt hat immer Recht, er weiß was zu tun oder zu lassen ist.

Das mag ich nun ändern.
Sollten meine Werte der SD im Normalbereich liegen (was ich mir bei meinem jetzigen Befinden und mit all den Symptomen nicht vorstellen kann), so ist eine Zweitmeinung und andere sinnvolle Untersuchungen angesagt, auch wenn es bei geringem Budget zusätzlich Geld kostet.
Allein die Vielfalt dessen ist noch ziemlich verwirrend für mich. :Durcheinander:

Selbst in meinem Burn-out habe ich mich körperlich nicht SO elend gefühlt, wie zur Zeit und genau das ist für mich aussagekräftig.
Wie sieht es bei Euch aus? Könnt ihr unterscheiden, ob Psyche oder Körper? Wenn ja wie?

Mir ist klar, das die Psyche bei andauernden körperlichen Beschwerden mit einbrechen kann...das ist wohl sehr verständlich und völlig nachvollziehbar, selbst für einen Laien oder "gesunden" Menschen. Nur schade, das die Ärzte das oft übersehen (wollen).

Umgekehrt ist es ja genau so...ist die Psyche dauerhaft erkrankt, besteht die Gefahr sehr oft auch körperlich zu erkranken.
Nicht umsonst heißt es ja psycho-soma....und hier sehe ich mich selbst angesiedelt.

Ich bin gespannt auf meine Werte nächste Woche.

bis dahin

LG
Again

Benutzeravatar
von Osita
#59970
Hallo Again :Wink:

Du sprichst da viele wichtige Aspekte an; vielen Dank für Deinen Beitrag (auch wenn Du Dir vielleicht einfach nur etwas von der Seele schreiben wolltest.)

Das einzige, was ich mal aus psychischer Sicht gespürt habe, war ein gewisser "Auftrieb" nach Beginn von hochdosiertem aktiven Vitamin B6, Magnesium und Progesteron.

Was genau jetzt ausschlaggebend war, kann ich also nicht sagen..... möglicherweise die Kombination aus allen?


Ich wünsche Dir viel Kraft, und dass Du dieses Mal ernst genommen und entsprechend therapiert wirst! Bild

Liebe Grüße
Osita
von Again
#59984
Danke für Deine Antwort, liebe Osita :Wink:

Ähm ja.....das liegt mir unter anderem alles auf der Seele. Wem geht das nicht so wenn man sich so scheiden fühlt :Durcheinander:

Ich fühle mich derzeit fast schon gezwungen beim Arzt zu lügen, das es mir psychisch ok bis gut geht ,damit ich ja nicht vorschnell (wie schon oft passiert) auf die psychische Ebene katapultiert werde, eben WEIL ich hier eine Vorgeschichte aufzuweisen habe.

Bei meinen derzeitigen Symptomen (siehe meine Vorstellung) , bin ich mir aber sicher, das etwas in meinem KÖRPER nicht in Ordnung ist.

Ich finde es fast schon beängstigend, wie lapidar die Ärzte solche Symptome behandeln, bez. eben NICHT behandeln, geschweige denn sie sich auch einmal ernsthaft anhören. :|

Naja...ein Anfang ist gemacht....und Kraft, Geduld und ein ein wenig mehr Glück kann ich immer gebrauchen :Danke:

LG
Again
von Nawasch
#61320
Hallo,
Wie geht's dir mittlerweile?
Magst du berichten ob sich etwas verändert hat mit einer besseren Einstellung? :AugenRollen: :Wink:

Liebe Grüße nawasch