Gibt es Nachteile bei der Einnahme von Thyroxin?

  • Hallo,


    bei mir wurde vor 1,5 Jahren Hashimoto als Zufallsbefund diagnostiziert. Mein Werte schwanken nicht sehr stark, TSH immer zwischen 2,8 und 4,6


    Hatte keine offensichtlichen Beschwerden, Wenn ich mir die Symptome der Erkrankung durchlese, trifft dann doch einiges zu. Aber wie schon geschrieben, erscheint es mir so, dass fast

    alle Freunde ähnliche Beschwerden haben. Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Nackenschmerzen etc. hat fast jeder.Gewicht halten wird im zunehmende Alter auch bei allen schwerer.

    Ich weiß daher nicht, ob es doch nötig oder von Vorteil wäre, wenn ich mit Thyroxin anfange. Ich sperre mich immer etwas gegen Medikamente.....


    Ich könnte mir aber vorstellen, dass ich mich nach wahrscheinlich mindestens 12 Jahren der Erkrankung an diesen Zustand gewöhnt habe. Ich möchte gerne wissen, wie ich mich fühlen würde,wenn ich kein Hashimoto hätte.


    Daher meine Fragen:


    Hat die Einnahme von Thyroxin langfristige Nachteile bzw. Nebenwirkungen?

    Welches Medikament ist das beste / wirksamste

    Lebt meine Schilddrüse durch Thyroxin länger?

    Kann ich durch die Einnahme das Entstehen der Nebenkrankheiten verhindern (Diabetis, Rheuma etc.)?

    Wenn ich keine positive Veränderung feststelle - kann ich das Medikament wieder absetzen?


    Vielen Dank für eure Hilfe.

  • Suse,


    ich müßte jetzt ganz viel schreiben, zu Deinen Fragen aus der Vorstellung und hier.

    Ich versuchs, angelehnt an Deine Texte kurz und dennoch verständlich.

    Zitat

    Werte: aus 07/2017

    TSH 2,81 (0,4-3,5),

    fT3 2,7 (1,8-4,2),

    fT4 0,9 (0,89-1,76)

    Anti-TPO 148 (0-35)

    .... Hashimoto ist gesichert diagnostiziert. Die freien Werte sind zum Sterben zu viel und zum guten Leben zu wenig (sieht eher nach vegetieren aus :CrazyGrins:).

    Da ich davon ausgehe, dass ich Hashimoto schon lange habe, kann es ja sein, dass ich mein Befinden als normal empfinde. Wer weiß, wie sich Gesunde fühlen.. :lach:

    Das würde ich rausfinden wollen, an Deiner Stelle.

    Das Leben ist zu kurz um nicht gleich an allen Hebeln zu ziehen! Werde nicht bescheiden!

    TSH immer zwischen 2,8 und 4,6

    .... das TSH in diesen Bereichen ist, bei fehlendem Wohlbefinden, immer zu hoch.

    Ich weiß daher nicht, ob es doch nötig oder von Vorteil wäre, wenn ich mit Thyroxin anfange. Ich sperre mich immer etwas gegen Medikamente.....

    Thyroxin ist kein Medikament, sondern es sind Schilddrüsenhormone.

    Durch die Einnahme substituierst Du genau die Menge, die Dir zum gesunden Wohlfühlzustand fehlt (theoretisch).

    Praktisch stellt es sich so dar, daß SD immer Symptom für Entgleisungen anderswo ist und daß bei langanhaltender SD-Unterfunktion, in der Du dich ja anscheinend befandest, vieles unrund läuft.

    Hat die Einnahme von Thyroxin langfristige Nachteile bzw. Nebenwirkungen?

    Langfristig eher nur Vorteile. Man braucht SD-Hormone in jeder Zelle des Körpers, für jeden Stoffwechselvorgang, fehlen sie, geht ganz vieles nur noch mittel, das ist ungesund.

    Du beschriebst es in Deiner Vorstellung trefflich, auch in Deiner Umgebung.

    Welches Medikament ist das beste / wirksamste

    Henning hat die höchste Bioverfügbarkeit (was für ein Wort) und die wenigsten schlechten Zusatzstoffe.

    Lebt meine Schilddrüse durch Thyroxin länger?

    Kann sein, muß aber nicht.

    Theoretisch wird die Schilddrüse durch die exogene Gabe von SD-Hormonen entlastet. Allerdings muß man sich auch um den autoimmunen Prozeß kümmern.

    Kann ich durch die Einnahme das Entstehen der Nebenkrankheiten verhindern (Diabetis, Rheuma etc.)?

    Teils, läuft der Stoffwechsel wieder besser, dann hat das, kurzfristig und langfristig, positive Wirkungen.

    Rheuma würde ich auch dem großen Thema, Autoimmune Krankheiten zuordnen.

    Arbeitest Du daran, also Darm Leber und gescheites Essen und so, dann wirkts auch überall positiv.

    Der Leib ist eine Einheit, eigentlich ein Gesamtkunstwerk, deswegen hat eine Intervention an einer Stelle immer auch Auswirkungen andernorts.

    Kackt man an einem Ende ab, ist es immer Ausdruck verschiedener Problematiken.

    Lange kann das Gesamtkunstwerk alles auspegeln und ausgleichen und equilibrieren, irgendwann halt nicht mehr und dann merken wirs und das nennen wir Symptom.

    Wenn ich keine positive Veränderung feststelle - kann ich das Medikament wieder absetzen?

    Wie man einschleicht, kann man auch ausschleichen, also ja!


    An Deiner Stelle würde ich den Diagnose-Vorschlag abarbeiten, dann hast Du aktuelle Zahlen.

    Lies bitte alles, dann weißt Du schon sehr viel um Zusammenhänge und Ursachen.

    Vorschlag für eine umfassende Diagnose


    Für Steroidhormone bemühe die Gyn, bereite Dich gut vor, sag ihr, wie wichtig sie ist, im Gesamtzusammenhang, dann gehts auf Kasse, sonst ca. 160 €.


    Zum Thema menschengerechte Haltung gibts hier noch Informationen

    Tipps zur Unterstützung der Gesundheit im Alltag


    Und jetzt ists doch lang geworden, ich hoffe es nützt Dir etwas.


    Fragen fragen.


    LG

    ardnowa

    „Wer nicht handelt, dem wird auch der Himmel nicht helfen.“
    - Sophokles -

  • Vielen Dank für die Antwort.

    Da jetzt eh wieder Kontrolluntersuchungen anstehen, werde ich mal einen Hormonstatus machen lassen.

    Und dann werde ich auch das Tyroxin von Henning testen - auch da bin ich gespannt. :lach:


    Und die anderen Werte werde ich auch versuchen zu bekommen.


    VIelen Dank.

  • Hallo Suse!


    Deine Fragen finde ich spannend; habe/hatte so ziemlich die selben. Mein Doc hat mir empfohlen, direkt mit LT anzufangen und ein "komisches Gefühl" hilt mich bislang zurück. Nun arbeite ich erstmal den Diagnosethread von Augenstern ab und werde dann nochmal neu draufschauen und ggf. dann starten. Aber so habe ich meine Werte erstmal ohne die LT Gabe und kann sehen, wie mein Körper ggf. drauf reagiert.

    Falls ich mit LT anfange, bin ich auch sehr gespannt, ob sich etwas verbessert und vielleicht sogar ein ganz neues Lebensgefühl entwickeln wird dadurch. Who knows :BigGrins2:


    Alles Gute Dir erstmal.

  • Hallo Surferin,


    meine Ärzte meinten, ich könnte es auch ohne probieren, da ich aus meiner Sicht keine übermäßigen Beschwerden habe.

    Aber vielleicht habe ich mich echt nur daran gewöhnt. Habe keinen großen Ausreißer nach oben oder unten, was mein Befinden betrifft. Ich lasse Werte prüfen und teste dann mal Tyroxin. Habe bzgl. der Nebenwirkungen jetzt lieber Betroffenen geglaubt. Bin sehr gespannt. Wer weiß, was für eine Powerfrau ich plötzlich werde.:laufband:.

    Dir auch alles Gute.

  • Was ich nicht verstehe:

    Warum hat keiner vor der Unterfunktion/Unterversorgung Angst/Bedenken?


    Habt ihr Euch mal mit den Folgen von konstantem Mangel an SD-Hormonen beschäftigt?

    Das ist aus meiner Sicht x-mal schlimmer, wie eine gelegentliche Überdosierung.


    Überfunktion ist ein anderes Thema und eine eigenständige Krankheit, klar, sehr gefährlich!

    Aber das hat hier bis jetzt keiner.

    Höchstens mal partiell bei Hashischüben oder zu viel externem Stoff.

    Merkt man auch gleich und kann sinnvoll gegensteuern.


    Aber diese latente UF bringt den Körper an den Rand des Verfalls. Die Symptome schleichen sich ein, man nimmt sie hin, weil man sie gewöhnt ist.


    Das Gefühl, wenn alles rund läuft willst Du wissen, Suse?


    Das nennt man Leben und denkt garnicht drüber nach, es läuft und nix zwickt.

    Die Energie ist da und wenn man müde ist oder was weh tut, weiß man warum.

    Dann wird gepennt oder verarztet und gut isses.


    Ohne LT, bei Deinen Werten?

    Eigentlich ne Frechheit als Arzt sowas vorzuschlagen.


    Aber bevor Du loslegst, bitte alles abarbeiten!!!

    Ich habe es aufgelistet, ardnowa hats verlinkt.

    Glaub mir, es lohnt sich!!!


    LGA

    "Frage den Kranken, ob er bereit ist alles aufzugeben, was ihn krank macht.
    Erst dann darfst Du ihm helfen"

    (Sokrates)

  • Hi,

    Bei mir wurde es 2012 diagnostiziert. Ich habe anfangs alles getan, um Thyroxin nicht nehmen zu müssen. Hatte große Angst davor, wollte keine Medikamente lebenslang nehmen.

    Aber die Werte wurden immer schlechter, und die Ärztin immer drängender... Habe dann doch mit der 25 er Dosis angefangen.


    Den ersten Tag werde ich nie vergessen: morgens bei der Einnahme hatte ich erst ziemlich Angst, dass irgendwas schlimmes passiert. Körper blieb aber normal und ruhig, hatte das Thema dann schon fast vergessen.

    Ca. 2 Stunden später habe ich dann plötzlich ein himmlisches Gefühl gehabt, das plötzlich "eingeschossen" ist. Wie ein Verdurstender in der Wüste beim ersten Wasserschlucker, so ungefähr. Ich war völlig überrascht, aber es war herrlich! Habe seitdem keine einzige Einnahme verpasst.

    So ein starkes Gefühl nach der Einnahme hatte ich nie wieder, habe es aber auch nie vergessen.


    Also, ich würde es bei Deinen Werten auf jeden Fall Mal probieren!


    Alles Gute

    Ohayoo

  • Hallo,


    die Ärzte hatten es nicht vorgeschlagen, aber meinten, wenn ich möchte, kann ich es gerne noch ohne Thyroxin versuchen.

    War halt auch irgendwie von meinem Körper enttäuscht - ich weiß - ein wenig blöd - aber ich habe gehofft, ich bekomme es so hin.

    Aber zur Zeit bin ich gerade nach der Arbeit platt und finde alles anstrengend. In einer Woche habe ich Termin - ich denke, ich lasse es mir gleich verschreiben.


    Und es stimmt schon, da einem keiner Hashimoto ansieht, nehmen es viele im Umfeld nicht für voll.


    Die Empfehlung der Ärztin lag, glaube ich bei 50er oder 75 er Dosis. Steigere ich in 25er Schritten? Oder sind das zu große Schritte und muss ich nach jeder Steigerung die Werte prüfen lassen?

    Die Liste werde ich durchgehen und hoffe, dass die Ärzte bei vielem mit machen ansonsten werde ich wohl auch ein paar Tests auf eigene Kosten machen.

    Danke.

  • War halt auch irgendwie von meinem Körper enttäuscht - ich weiß - ein wenig blöd - aber ich habe gehofft, ich bekomme es so hin.

    Interessante Aussage bzw. Gedanke.

    Du tust ja einiges für Deine Gesundheit.

    Die Frage wäre halt, ob es nicht doch Dinge gibt, die Dir nicht gut tun.

    Stöbere mal meine Tipps für den Alltag durch, vielleicht wirst Du fündig.


    Außerdem sind Deine SD-Werte nicht grad so, dass man damit in die Gänge kommt.

    Da streubt sich jeder Körper, der gern überleben will, mehr Energie freizusetzen.

    Aber zur Zeit bin ich gerade nach der Arbeit platt und finde alles anstrengend. In einer Woche habe ich Termin - ich denke, ich lasse es mir gleich verschreiben.

    Ja, dann hast Du das auf Halde!


    Am besten von Henning, 25ziger und 50ziger, gleich mal je eine N3, damit Du Vorrat hast und jonglieren kannst.

    Die Empfehlung der Ärztin lag, glaube ich bei 50er oder 75 er Dosis. Steigere ich in 25er Schritten? Oder sind das zu große Schritte und muss ich nach jeder Steigerung die Werte prüfen lassen?

    Man schleicht ein, nicht gleich so viel auf einmal.

    25µg für eine Woche, dann in 12,5 Schritten pro Woche bis auf 50µg steigern.

    Das dann 4 Wochen halten und die Werte messen lassen.


    Ich würde es so machen:

    12,5-0-12,5 je morgens und abends

    25-0-12,5 s.o.

    25-0-25 s.o.


    Die Liste werde ich durchgehen und hoffe, dass die Ärzte bei vielem mit machen ansonsten werde ich wohl auch ein paar Tests auf eigene Kosten machen.

    Hoffe mal nicht zu viel.

    Fast kein Schulmediziner oder Kassenarzt macht das auf Kasse, ja nicht mal, wenn mans selber bezahlt.

    "Frage den Kranken, ob er bereit ist alles aufzugeben, was ihn krank macht.
    Erst dann darfst Du ihm helfen"

    (Sokrates)

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