Ein Newsletter, wie für uns gemacht

  • Hallo liebe Hashis!


    Gestern erhielt ich einen so passenden Newsletter für uns, dass ich den hier mal veröffentliche:BigGrins2:


    Wie wirken Schilddrüsenhormone?


    Wer einmal die Wirkung von Hormonen selbst miterlebt hat, muss einfach beeindruckt und fasziniert davon sein. Das hat jeder von uns – Stichwort Pubertät.


    Wer die Wirkung von Hormonen später verliert, wird vermutlich sehr leiden. Das beginnt beim „schlechten Stoffwechsel”, der Depression oder der Antriebslosigkeit und endet beispielsweise bei erektiler Dysfunktion, um es mal nett auszudrücken.


    Schilddrüsenhormone sind etwas ganz Besonderes. Denn sie verbinden uns mit dem Leben. Nur dank Schilddrüsenhormone gelingt es dem Körper sich mit dem Leben zu synchronisieren. Klingt nach Schwachsinn?


    Ist es nicht. Schilddrüsenhormone wirken wie etwas, das uns von hinten schiebt. Wir haben gar keine andere Wahl als „zu tun”. Wird der Motor zu schwach, fällt dieser Schub also weg, brechen wir ineinander zusammen – wir dysconnecten. Und umgekehrt sorgt dieser konstante Schub von hinten dafür, dass wir immer schön am Ball bleiben, auf jeder Ebene.


    Es gibt ein wunderbares Lied des Liedermachers Funny van Dannen. Ich weiß nicht, wie viel Ernst in diesem Lied steckt, aber jeder, der mal aus einer Unterfunktion kam, weiß genau, dass es stimmt:


    Ich saß oft in der Schule und fühlte mich völlig schlapp. Und weil ich selbst nicht denken konnte schrieb ich eben ab. Ich war immer so antriebsschwach, als kleiner Junge schon. Heute weiß ich endlich den Grund: Schilddrüsenunterfunktion.


    Alles war so mühsam. Ich fühlte mich oft so leer. Nichts ging ohne Probleme. Alles fiel mir so schwer. Sogar der Sex: Kaum war ich drin, da kam ich auch schon. Jetzt weiß ich warum: Schilddrüsenunterfunktion.


    In diesen Zeilen steckt soviel Wahrheit … Ohne Schilddrüsenhormone sind wir


    „so anders” und das Leben wird mühsam, weil wir immer alles selbst tun müssen.


    Weil der Schub von hinten wegfällt. Und dann, so meint Funny van Dannen:


    Ich kam mit der ganzen Gesellschaft nicht klar, ich fand sie ungerecht. Ich war für Sozialismus, Anarchie fand ich auch nicht schlecht. Ich hatte sogar Sympathien für Umsturz und Revolution. Und was war es wirklich? Schilddrüsenunterfunktion.


    Ach so! Das könnte also auch größere Phänomene erklären? Hormone.


    Herzlich,

    Phil und Chris



    Wer sich für die Newsletter der beiden interessiert, darf sich gern über

    http://edubily.de/category/ernaehrung/


    dort anmelden.

    Es kommen wirklich lohnenswerte Infos rüber.


    In diesem Sinn, Danke Chris und Phil für Euren Beitrag! :Prost:

    "Frage den Kranken, ob er bereit ist alles aufzugeben, was ihn krank macht.
    Erst dann darfst Du ihm helfen"

    (Sokrates)

  • Spencer

    Hat das Thema freigeschaltet
  • Heute wieder ein echter Newsletter von Chris und Phil.


    Hallo Leute,


    alle Signale, die auf uns einwirken, müssen integriert werden. Das heißt, der Körper will beispielsweise auf die Wärme reagieren, die uns nachts vom Schlafen abhält – oder auf die Kälte im Winter. Er will sich an sportliche Belastungen anpassen. Oder uns vor den im Körper zirkulierenden Tumorzellen schützen.

    All diese Situationen haben gemeinsam, dass ein spezifisches Set an Botenstoffen im Körper ausgeschüttet wird bzw. im Körper zirkuliert, das in den Zellen als Information übersetzt und verstanden wird. Das heißt: bei allem, was wir tun (oder nicht), werden bestimmte Botenstoffe ausgeschüttet, die auf unsere Körperzellen wirken. Genauer: letztlich interagieren diese Botenstoffe mit der DNA.

    Ganz banal ausgedrückt heißt das für uns, dass die Biochemie überhaupt erst ermöglicht, dass die Umwelt auf uns wirken kann. Doch was ist, wenn Teile dieser Biochemie nicht richtig funktionieren? Nicht so, wie sie sollen? Genau: dann werden Informationen nicht ordentlich integriert. Beim Sport hieße das: wir trainieren umsonst.

    Mal ein Beispiel.

    Zink ist Bestandteil von über 300 Enzymen im Körper. Zieht man Eisen aus dem Hämoglobin ab, ist Zink das am häufigsten im menschlichen Körper vorkommende Spurenelement – kurzum: Zink hat eine überragende Bedeutung für uns.

    Wir sagten einmal, dass Hormone unser Leben regieren. Das wird uns jeder, der mal eine Schilddrüsenunterfunktion hatte oder ein Testosteron-Tief erleben durfte, bestätigten. Alleine diese beiden Hormone können uns zu einem anderen Menschen machen. Darüber sollte man mal nachdenken!

    Viele Proteine, die mit der DNA wechselwirken, nutzen Zink, um diese DNA-Bindung zu ermöglichen. Auch Hormonrezeptoren nutzen Zink, beispielsweise:

    • Schilddrüsenhormon-Rezeptor
    • Vitamin-A-Rezeptor
    • Vitamin-D-Rezeptor

    [Blockierte Grafik: https://klicktipp.s3.amazonaws…8_Wunderstoff_Zink%20.png]

    Ohne Zink wird weder Vitamin A (Hormon: Retinsäure), noch Vitamin D (Hormon: Calcitriol), noch Schilddrüsenhormone so stark wirken, wie sie das eigentlich könnten.

    Der menschliche Körper ist ein System – alles hängt zusammen.

    Übrigens: In der Leber findet sich ein Gen-Schalter namens PPARalpha. Dieses PPARalpha reguliert den Fettstoffwechsel in der Leber. Und auch PPARalpha ist Zink-abhängig. Tieren kippt man Alkohol ins Trinkwasser und die Leber wird fett. Gibt man zusätzlich Zink, kehrt sich das um. Es dreht sich also immer um diese Schalter. (Hepatology. 2009 Oct; 50(4): 1241–1250)

    Nicht jeder essentielle Mikronährstoff ist gleich wichtig. Eisen und Zink liegen im Bereich von etwa zwei bis fünf Gramm vor. Die Hälfte des Eisens findet man dabei im Hämoglobin. Kupfer ist das dritthäufigste Spurenelement – der Gesamtkörperbestand beläuft sich allerdings nur auf etwa 100 mg. Die Größenordnung soll klarwerden. Heißt: wenn es um die Funktion von Enzymen geht, sind Eisen, Zink und Kupfer die Superstars im Körper, wobei Kupfer quantitativ nur einen Bruchteil der Bedeutung aufweist.

    Was heißt das für uns?

    Bitte, bitte – nicht wieder Zink in hohen Dosen inhalieren. Sonst gibt es ganz schnell wieder neue Probleme. Zink und andere Metalle können oxidativen Stress im Blut verursachen. Alles mit Maß und Ziel. Kein Mensch vor uns musste sich jemals 100 mg Zink am Tag reinziehen, um gesund zu sein. 10 mg pro Tag ist aus evolutiver Sicht schon viel! Wohlgemerkt: gebunden an Proteine, also die beste Bioverfügbarkeit aus natürlichen Lebensmitteln.


    In welchen Lebensmitteln finde ich Zink?

    Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt erwachsenen Männern 10 mg und Frauen 7 mg Zink pro Tag zuzuführen. Das klingt nicht wirklich viel. Wer jedoch mal selbst nachrechnet, wird merken, dass Zink oft zu kurz kommt. Die Nationale Verzehrstudie II von 2008 ergab, dass bis zu 44 % der Deutschen noch nicht einmal die empfohlene Zufuhr erreicht. Das betraf vor allem ältere Befragte.

    • Schalentiere (bis zu 80 mg Zink pro 100 g): Allen voran Austern. Aber auch andere Muschel-Sorten oder Garnelen enthalten überdurchschnittlich viel Zink.
    • Leber (bis zu 9 mg Zink pro 100 g): Wie so oft findet sich Leber in der Liste wieder. Vom Rind oder Schwein liefert sie mehr als von Geflügel.
    • Rotes Fleisch (bis 5 mg Zink pro 100 g): Ein Rump-Steak deckt den Tagesbedarf.
    • Haferflocken (bis 5 mg Zink pro 100 g): Als Vollkorn-Variante. Auch andere Körner wie Amaranth oder Dinkel enthalten relativ viel Zink.
    • Käse (bis 5 mg Zink pro 100 g): Edamer und Gouda haben am meisten.
    • Ei (1,4 mg Zink pro 100 g): Der Klassiker trägt auch zur Zinkversorgung bei.

    Zink noch zusätzlich ergänzen?

    Eine zusätzliche Ergänzung bietet sich – neben Magnesium – auch für Zink an. Trotz guter Ernährung (inklusive den genannten zinkreichen Lebensmitteln) erreichen viele Menschen keine guten Zink-Werte. Das liegt auch daran, dass der aktive Zink-Pool im Körper mit 100 bis 200 mg sehr klein ist, was bei suboptimaler Zinkzufuhr schon nach wenigen Tagen zu Mangelerscheinungen führen kann. Der weitaus größere Zink-Anteil im Körper lässt sich nur sehr langsam mobilisieren und kann solche Zufuhr-Lücken nicht kompensieren. Wenn ergänzen, bitte in erster Linie auf die Bioverfügbarkeit achten und keine therapeutische Dosen (die häufig angebotenen 25-50 mg können schon viel zu viel sein) verwenden.

    Auch in dieser Woche gabs wieder einen neuen Blogartikel:

    Herzlich,

    Chris und Phil


    --

    „Wer nicht handelt, dem wird auch der Himmel nicht helfen.“
    - Sophokles -

  • Neuer Newsletter von Chris und Phil!


    Hallo Leute,


    Schilddrüsenhormone sind für viele Menschen, die sich für Gesundheit interessieren, etwas Geheimnisvolles – etwas, um das sich viele Mythen ranken.

    Das Leben, das im Wasser entstand, und mit der Zeit an Land migrierte, musste sich an die neue Umgebung anpassen. Und dafür war ein neues (epi-)genetisches Programm nötig. Noch heute werden Kaulquappen nur deshalb zu Fröschen, weil durch Schilddrüsenhormone aktivierte Gene zugeschaltet werden. Es liegt nahe, dass Schilddrüsenhormone hier also eine große Rolle gespielt haben könnten.

    Es zeigt sich neuerdings auch, dass Schilddrüsenhormone nicht nur das Gaspedal des Energiestoffwechsels sind, sondern eine große Rolle beim Schutz und bei der Reparatur von Geweben spielen. Schilddrüsenhormone sind also auch “Reparatur-Hormone”.


    Mit die wichtigste Funktion der Schilddrüsenhormone ist wohl, dass sie dem Organismus helfen, sich an die Umwelt anzupassen. Sie spielen eine tragende Rolle bei der Stress-Antwort des Organismus – und zwar vom Fisch bis hin zum Menschen.


    Schilddrüsenhormone sind demnach etwas Altes, Wichtiges, Fundamentales. Nicht nur irgendein Schalter, sondern einer der wohl tiefgreifendsten Schalter überhaupt.

    Dumm nur, wenn genau solch ein zentraler Schalter ausfällt. Das ist bei vielen Menschen der Fall. Deshalb haben wir heute ein paar Tipps bereit, wie man die Schilddrüsenfunktion mit ein paar wenigen Kniffen wieder einsatzbereit machen kann. Klappt nicht immer, aber ein Versuch ist es wert.


    1. Iss genug!

    Insulin, der Füllstand des Zuckerspeichers der Leber (Glykogen) und die allgemein zugeführte Energie spielen eine große Rolle bei der Bildung des aktiven Schilddrüsenhormons T3.


    2. Beseitige Entzündungen im Körper!

    Chronische Entzündungen legen die Bildung von T3 lahm.


    3. Achte auf die Jod-Zufuhr

    Ganz klar und der einfachste Zusammenhang: Ohne Jod kann Thyroxin in der Schilddrüse nicht gebildet werden. Zu viel Jod ist auch nicht gut. Für viele Menschen sind 400 mcg Jod zusätzlich schon eine große Bereicherung. Tipp: Kostengünstiger Seelachs enthält erstaunlich viel Jod.


    4. Achte auf die Selen-Zufuhr

    Damit das faule, in der Schilddrüse gebildete Thyroxin (T4) in das aktive T3 umgewandelt werden kann, müssen Enzyme namens Dejodasen aktiv werden – diese Enzyme sind Selen-abhängig. Auch mit Selen muss man nicht übertreiben, aber mit 100 mcg pro Tag zusätzlich kann man nichts verkehrt machen.


    4. Achte auf die Zufuhr weiterer Mikronährstoffe

    Ohne Zink kann T3 nicht wirken. Vitamin-A- und Eisen-Mangel legen die Bildung der Schilddrüsenhormone lahm. T3 arbeitet oft mit den Hormonen Retinsäure (aus Vitamin A) und Calcitriol (aus Vitamin D) zusammen – auch hier gilt: für optimale Werte sorgen! Immer vergessen: Biotin! Biotin reguliert die Bildung von einem eisenhaltigen Cofaktor namens Häm. Die Bildung von T4 in der Schilddrüse ist Häm-abhängig, damit Biotin-abhängig.


    5. Carnitin hemmt die Wirkung der Schilddrüsenhormone

    In Geweben, also Zielzellen, hemmt Carnitin den Eintritt der Schilddrüsenhormone in den Zellkern. So erreichen die Schilddrüsenhormone die DNA nicht und können nicht wirken. Was es damit auf sich hat, haben wir in einem aktuellen Artikel genauer erläutert.


    Es gibt also genug Stellschrauben, um den Haushalt der Schilddrüsenhormone zu optimieren. Und es funktioniert – das weiß ich aus eigener Erfahrung.


    Viel Erfolg beim Umsetzen!

    Herzlich,

    Chris und Phil

    „Wer nicht handelt, dem wird auch der Himmel nicht helfen.“
    - Sophokles -

  • Jetzt wieder ein Newsletter .......


    Hallo Leute,


    heute mal ein ganz anderes Thema.


    Wieso kommt man auf die Idee zu meditieren? Natürlich könnte man Spiritualität oder ganz banal Entspannung anführen. Ich persönlich aber habe schnell einen anderen Sinn dahinter verstanden.

    Für Leute, die sich mit dem Thema Meditation noch nie befasst haben: Im Grunde fokussiert man einen Gedanken, ein Bild vor dem inneren Auge oder auch eine Melodie, die im Kopf abläuft. Das “Ziel” ist, beim gedanklichen Abschweifen wieder zurückzukommen. Anders herum formuliert, beim Gedanken, Bild oder der Melodie zu bleiben.


    Im Grunde ist das eine Konzentrationsübung. Das Coole ist, dass das Gehirn anatomische Veränderungen zeigt. Nämlich im sogenannten präfrontalen Kortex, das ist der Gehirnbereich direkt hinter der Stirn. Dieser Bereich wird durch diese “Konzentrationsübung” trainiert wie ein Muskel. Übrigens bewiesen an meditierenden Mönchen.


    In dieser Hirnregion leben wir. Weil wir dort Sachverhalte durchdenken, analysieren, wichtige Entscheidungen treffen und vor allem Kontrolle über das eigene Gehirn erlangen, über dieses doch oft ganz schön wilde, ungezämt wirkende Pferdchen. Es gibt für uns deshalb fast nichts Wichtigeres als ein funktionierender, gut trainierter präfrontaler Kortex. Wenn der mal – zum Beispiel durch einen Unfall – kaputt geht oder einfach nur Funktionsausfälle zeigt (zum Beispiel bei ADHS), ist die Kacke am Dampfen.


    “Konzentration” kennen wir noch aus der Schule, wenn man mal für fünf Minuten den Schnabel halten und irgendwie produktiv sein sollte. Die Wahrheit ist, dass “Konzentration” viel, viel mehr beinhaltet. Tatsächlich schweifen wir nicht nur im Alltag, sondern auch in ganzen Lebensphasen viel zu oft ab und schaffen es nicht, mental am Ball zu bleiben. Beispiel: Wer es nicht schafft, in schwierigen Lebensphasen “konzentriert” zu bleiben, wird unter Umständen verrückt, trifft falsche Entscheidungen oder erstickt in Problemen.


    Also, merke: Konzentrationsfähigkeit ist etwas Herrliches! Und damit meine ich, ich wiederhole es nochmal, nicht nur die Fähigkeit, anderen mal länger als zwei Minuten zuhören zu können.

    Was machen wir heute, also heutzutage? Wir machen Reverse-Meditation. Den Begriff habe ich grade erfunden. Meditation heißt im Grunde: Ich habe Kontrolle über Impulse. Reverse-Meditation bedeutet umgekehrt: Ich lasse mich von Impulsen kontrollieren. Und dadurch trainieren wir genau das Gegenteil.


    Wir geben uns viel Mühe beim Reverse-meditieren. Dazu muss man nur mal eine Weile Instagram öffnen. Impuls, klick. Impuls, klick. Impuls, klick. Handy weggelegt. Hirn meldet sich, Impuls, Instagram öffnen. Und wieder: Impuls, klick. Impuls, klick. Das kann stundenlang so gehen! Und: es gibt nicht nur Instagram. Es gibt Newsseiten wie Sand am Meer, eine endlose Anzahl an Youtube-Videos und so weiter. Und alle 10 Minuten meldet sich eine andere Seite oder App, die gerne mal wieder geöffnet werden möchte.


    So nicht.

    Das Traurige an der Sache ist das Resultat. Dieses sprunghafte Verhalten. Nicht mal eine Zeit lang bei einer Sache bleiben zu können. Sich schwertun dem Gegenüber mal länger als zwei Minuten zuzuhören. Oder, sich nicht im Griff zu haben.


    Speziell den letzten Satz betreffend muss ich oft genug an Menschen denken, die abnehmen wollen. Wer abnehmen will, muss sich mitunter wochen-, ja monatelang konzentrieren. Immer am Ball bleiben. Nicht abschweifen. Viele machen das Gegenteil: Erst zwei Wochen mit der Keule draufhauen. Das Wochenende danach dann den Ben-&-Jerry’s-Orgien frönen.

    Ein trainierter präfrontaler Kortex. Gold wert.


    Übrigens: Hoffentlich ist dieser Präfrontal-Kortex auch mit wichtigen Mikronährstoffen angereichert, etwa Omega-3-Fettsäuren (vor allem DHA), Zink und Eisen. Denn so einen Funktionsausfall kann man auch machen, indem man diesem Bereich die Stoffe entzieht, die er zum Funktionieren braucht.

    Auch bewiesen:

    Zusammengefasst deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass eine unzureichende DHA-Aufnahme beim Erwachsenwerden die Entwicklung der Verhaltenskontrolle behindern kann.

    Das Gegenteil scheint auch zu stimmen: Ein mit beispielsweise DHA angereicherter präfrontaler Kortex, ist bei Konzentrationsübungen aktiver.


    Wo wir wieder mal bei der Ernährung wären. DHA, Zink, Eisen und andere Mikronährstoffe – geschenkt bekommt man die nicht. Und es hat einen Grund, warum wir das größte Gehirn aller Primaten haben. DHA wächst nicht auf Bäumen ;-)


    Herzlich,

    Chris und Phil

    „Wer nicht handelt, dem wird auch der Himmel nicht helfen.“
    - Sophokles -

  • Anaelle

    Hat das Thema geschlossen
  • Make Leber Great Again – Warum du Leber essen solltest

    11. Dezember 2018 Ein Artikel von chris


    Wir sind bekennende Leber-Fans. edubily-Lesern ist das spätestens seit 2014 bekannt – im Handbuch wurde Leber ausdrücklich genannt. Der Grund hierfür ist, dass Leber ein überragendes Lebensmittel ist, in einigen Kreisen sogar “Multivitamin der Natur” genannt wird. Zurecht. Ein Blick auf die Nährwerte reicht:

    [Blockierte Grafik: https://edubily.de/wp-content/…018-12-11-um-10.19.26.png]

    80 g (!) Kalbsleber liefert:

    • Fast 70 mcg Vitamin B12 – das ist mehr als das 10-fache des Tagesbedarfs
    • 12 mg Kupfer – rund das 6-fache des Tagesbedarfs (wohlgemerkt: bei uns Deutschen wäre das das 8- bis 12-fache)
    • Fast 60.000 IE Vitamin A – in Deutschland gilt 3000 IE als Tagesbedarf, somit haben wir hier das 20-fache des Tagesbedarfs

    Genannt wurden bisher nur die krassen Top-Scorer. Es geht, wenn auch abgeschwächt, weiter:

    • Vitamin B2: 135 %
    • Vitamin B3: 53 %
    • Vitamin B6: 37 %
    • Folat: 66 %
    • Pantothensäure: 52 %
    • Eisen: 23 %
    • Phosphor: 37 %
    • Zink: 60 %
    • Selen: 22 %

    Und zu guter Letzt:

    • Fast 23 g Protein pro 80 g Kalbsleber
    • 319 mg (!) Cholin

    Nun – an dieser Stelle kommt man ein wenig ins Grübeln, nicht wahr? Wir könnten jetzt über unsere evolutive Vergangenheit oder Jäger-und-Sammler-Populationen philosophieren, bei denen Leber heilig ist, oft sogar roh direkt nach dem Erlegen der Beute gefuttert wird. Entsprechend könnten wir über den “Tagesbedarf” von B12 oder Vitamin A sprechen. Oder über nicht wenige Veganer, die glauben, man könnte sich in freier Wildbahn irgendwie die B12-Zufuhr ermogeln. Über welche Relationen wir eigentlich sprechen! Lassen wir das!

    Viele lesen da oben plumpe Zahlen. Ich lese da etwas ganz anderes, nämlich

    Energie und Power.

    Wenn’s drauf ankommt. Also zum Beispiel beim Krafttraining, beim Buchschreiben oder beim Kindermachen. Denn Leber, so wie sie mit Blick auf die Werte da steht, macht

    Mitochondrien fit und … Sauerstoff!

    Der letzte Punkt ist viel entscheidender als angenommen! Wie oft steigern Leute mühsam ihre Ferritin-Werte (Wieso überhaupt? Wer nicht genug Eisen im Körper hat, isst nicht richtig!), vergessen dabei aber, dass Eisen bzw. Ferritin ja nur ein Marker dafür ist, dass möglicherweise noch viele weitere Stoffe fehlen. Denn wo Eisen enthalten ist, findet man normalerweise z. B. auch Zink oder – wie hier im Beispiel – Kupfer. Da der menschliche Körper ein System ist, bringen einem hohe Ferritin-Werte reichlich wenig, wenn beispielsweise Kupfer fehlt. Dann reichert man zwar seinen Körper damit an, netto ändert sich aber gar nix!

    Vor allem die Trias B12, Vitamin A und Kupfer gehört zur Kategorie: “Haben wir bestimmt genug, müssen wir uns nicht drum kümmern.” Jedenfalls bis man mal nachprüft und beginnt, regelmäßig Leber zu essen. Dann philosophiert man nicht nur, sondern weiß. Konkret heißt das, zum Beispiel einmal die Woche 100 g Leber – der “heilige Leber-Sonntag”. Gut, wem die Leber nach einer Woche immer noch zum Hals raushängt, der wartet eben nochmal ne Woche. Und es gibt keine Ausrede! Das lässt sich nicht oder nur sehr bedingt durch irgendwas anderes ersetzen.

    Make Leber Great Again. 🙂

    PS: Irgendwo muss es ja Sinn ergeben. Der (menschliche) Körper ist ein System und bedient sich zum Speisen dieses Systems an anderen Systemen. Je besser das andere System zu unserem System passt, umso einfacher speisen wir unser System. Diese Logik scheint für viele zu banal zu sein. Die machen es lieber umgekehrt: Je umständlicher, umso besser. Heißt dann am Ende: Verzogenes System. In dieser Hinsicht sind viele primitive Buschmänner um Welten schlauer als schlaue moderne Menschen. Na ja, nicht ganz. Bis vor wenigen Jahrzehnten war es ja sogar noch üblich, nach dem Schlachten das ganze Tier zu verarbeiten. Die haben statt Rührei dann eben Gehirn gegessen. Und Leberwurst.

    „Wer nicht handelt, dem wird auch der Himmel nicht helfen.“
    - Sophokles -

  • Entstehen (neurodegenerative) Erkrankungen im Darm?

    14. Januar 2019 Ein Artikel von chris

    Zugegeben: Auch ich habe mich viel zu lange damit befasst, was ich zusätzlich tun muss, damit sich Gesundheit und Leistungsfähigkeit im Allgemeinen verbessern. Es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe, dass die viel größere Stellschraube eher das ist, was ich weglassen muss.

    Gesund durch Weglassen

    Frei nach dem Motto von Bruce Lee:

    It’s not the daily increase but daily decrease. Hack away at the unessential.

    Nun … Es ist ein bisschen komplizierter als nur das “Nicht-essentielle” wegzulassen. Mittlerweile sind etliche Faktoren bekannt, die wir in der Nahrung finden und die zeitgleich ein paar “Probleme” bereiten können.

    Und so weiter. Leute, die von irgendwelchen Leiden geplagt werden, die sie quasi mit der größten Mühe nicht in den Griff bekommen, landen häufig beim Paleo-Autoimmunprotokoll. Im Grunde handelt es sich hierbei um die maximale Reduktion.

    Im Prinzip ist es fast wie ein protein sparing modified fast – man streicht alles, was man nicht braucht und landet dann bei … genau,

    lean. green. marine.

    Man kann es nur wiederholen. Deshalb auch der letzte Post von uns. Man braucht eine Basis!

    Hintergrund ist, dass immer klarer wird, dass a) viele, wenn nicht alle Erkrankungen systemischer Natur sind (= den ganzen Körper betreffend) und b) sämtliche, wenn nicht ein Großteil dieser systemischen Erkrankungen ihren Ursprung im Darm haben.

    Dieses Thema nicht aufzugreifen, wäre fahrlässig und wir würden unseren Lesern möglicherweise wichtige Informationen vorenthalten.

    Warum? Alleine in den vergangen Monaten sind in Nature, das beste, angesehenste Journal, mindestens zwei Arbeiten erschienen, die klar darlegen, dass die Parkinson-Erkrankung (als Beispiel einer Erkrankung) ihren Ursprung im Darm haben könnte.

    Lektine + Umweltgift = Parkinson?

    Wir zitieren mal:

    Wir konnten zeigen, dass eine zeitgleiche Gabe geringer Mengen eines Pflanzenschutzmittels (Paraquat) und (roher) Nahrungslektinen – wie aus Gemüse, Nüssen, Samen, Getreiden, Eier oder Milchprodukten – im Darm Alpha-Synuclein entstehen lassen. Sobald es gebildet ist, kann es den Vagusnerv hinaufwandern und zu dem Teil des Gehirns gelangen, der den Ausbruch der Parkinson-Krankheit auslöst.

    Und weiter:

    Diese Arbeit stellt ein solider Beweis dar, dass Lektine, bei gleichzeitiger Anwesenheit von bestimmten Giften, ein potenzieller Verursacher der Parkinson-Erkrankung sind.

    Das ist sehr interessant. Wir packen also ein Umweltgift in geringen Konzentration zusammen mit Substanzen, Lektinen, die eigentlich dafür gemacht sind, Pflanzen vor Fraßfeinden zu schützen, und schwups bildet sich im Darm (!) ein Protein, das vom Vagusnerv aus (!) direkt ins Gehirn gelangt.

    Vorausgegangen waren dieser Arbeit andere Arbeiten, die gezeigt haben, dass Lektine als hervorragende Transportschiffchen dienen und allerlei Substanzen z. B. über das Nervensystem in den Körper schaufeln können:

    Pflanzen enthalten Lektine in Samen, Früchten und Nüssen (2), die bestimmte Kohlenhydrate erkennen und binden (17). Sie sind an der Pflanzenabwehr (15) und der Leguminosen-Rhizobie (16) beteiligt. Beim Verzehr durch Tiere widerstehen sie Verdauungsenzymen und halten ihre Funktion unter widrigen Bedingungen im Darm aufrecht (18, 19). Sie können von Darmzellen aufgenommen werden, wahrscheinlich indem sie zuerst einen Kohlenhydrat-Lektin-Rezeptor (21) binden. Erstaunlicherweise können intakte Lektine entlang von Nervenfasern übertragen werden (17, 22). Ihre medizinische Bedeutung wird zunehmend erkannt, indem sie mit Medikamenten zur besseren Medikamentenabsorption verbunden werden (21, 23-25).

    Lektine können den Darm krank machen

    Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Bis vor kurzem waren wir ja gedanklich alle noch im Mittelstufenunterricht, haben an das Gute im Leben geglaubt, nach dem Motto: Potenziell Schädliches, das in den Darm gelangt, wird dort schön zerlegt und ggf. wieder ausgeschieden.

    Hier wird gezeigt: Lektine haben überhaupt gar kein Problem mit unserem Verdauungsapparat und sorgen stattdessen zudem noch dafür, dass andere Substanzen, die da eigentlich nicht hingehören, in den Körper geschaufelt werden.

    Nun muss man sich mal kurz vor Augen halten, was Lektine grundsätzlich machen. Lektine sind Proteine, die an Kohlenhydratketten binden können. Diese sind beispielsweise auf der Zelloberfläche zu finden und dienen der Zwischenzell-Kommunikation. Auch im menschlichen Körper gibt es daher Lektine.

    Dass der Lektinkonsum (vor allem im rohen Zustand) problematisch sein kann, ist nicht neu. Schon 1999 wurde darüber berichtet: Pflanzenlektine können, sofern sie in den Körper gelangen, Autoimmunerkrankungen auslösen – sie können zudem dafür sorgen, dass der Schleim auf der Darmschleimhaut verloren geht, was z. B. eine Fehl- und Überbesiedlung von Darmbakterien begünstigt. Zudem interagieren sie direkt mit Darmzellen, zerstören diese oder lockern die Verbindung zwischen Darmzellen. Der Darm wird damit “löchrig”.

    Darmentzündung = (systemische) Erkrankung?

    Auch dass (systemische) Erkrankungen im Allgemeinen häufig mit so einem “löchrigen Darm” einhergehen ist nicht neu. Neu ist eher die Frage, ob der kaputte Darm Ursache oder Wirkung der jeweiligen Erkrankung ist. Es dürfte sich einmal mehr zeigen: Es gilt beides, da es sich hierbei um wechselseitige Beziehungen handelt.

    Die zweite Arbeit in Nature schließt hübsch ab mit:

    Über die Jahre hat sich unser Verständnis dahingehend erweitert, dass man erkannt hat, dass es sich bei der Parkinson-Erkrankung nicht nur um eine Erkrankung des Gehirns, sondern um eine systemische Erkrankung handelt, bei der viele Teile sich auf den Darm auswirken. Eine überwiegende Anzahl an Beweisen legt nun nahe, dass der Darm von der Parkinson-Erkrankung nicht nur beeinflusst, sondern es sich beim Darm sogar um den Ort handeln könnte, wo die Erkrankungen ihren Ursprung nimmt – Jahrzehnte, bevor es von einer Darm- zu einer ZNS-Erkrankung wird. Die Verbindung zwischen Nervensystem und Immunsystem und zwischen Entzündung und Neurodegeneration ist mittlerweile viel zu deutlich, um von der modernen Wissenschaft um die Parkinson-Erkrankung ignoriert zu werden.

    Dazu gibt es eine ebenso hübsche Abbildung:

    [Blockierte Grafik: https://edubily.de/wp-content/uploads/2019/01/41531_2016_2_Fig1_HTML.jpg]In anfälligen Individuen aktivieren entzündungsfördernde Stoffe (aus der Nahrung) (1) eine Immunreaktion im Darm, die das Darmmikrobiom negativ beeinflusst, die Darmdurchlässigkeit erhöht und die Bildung von Alpha-Synuclein herbeiführt (2). Alpha-Synuclein könnte vom Darm via Vagusnerv ins Hirn gelangen (3b), und die chronische Entzündung des Darms bzw. die Darmdurchlässigkeit fördern systemische Entzündungen, die, zusammen mit anderen Faktoren, die Bluthirnschranke durchlässig machen (3a). Darmentzündungen, systemische Entzündungen und eine gesteigerte Bildung von Alpha-Synuclein fördern alle die Entzündung des Nervensystems (4), die Neurodegeneration herbeiführt, die die Parkinson-Erkrankung charakterisiert (5).

    Der Punkt ist: Parkinson steht stellvertretend für viele systemische Erkrankungen.

    Ist das Angstmache?

    Eher nein. Es ist auch keine Angstmache, wenn man den Leuten Bilder von Unfällen zeigt, die im Straßenverkehr entstehen.

    Man sollte sich im Klaren darüber sein, dass es so etwas gibt. Dass Individuen unterschiedlich anfällig gegenüber “Nahrungsmittelgiften” bzw. “entzündungsfördernden Stoffen aus der Nahrung” sind. Vielleicht betrifft es einen gar nicht. Vielleicht betrifft es einen besonders. Je nachdem, muss man eben handeln.

    Zudem muss man wohl beachten, dass manche Nahrungslektine problematischer als andere sind.

    Nur kann sich später niemand bei uns beschweren! Wir haben frühzeitig darüber berichtet.

    „Wer nicht handelt, dem wird auch der Himmel nicht helfen.“
    - Sophokles -

  • Neuer Newsletter von Chris.


    Hallo Leute,


    mitten in der dunklen Jahreszeit gibt’s heute einen Reminder – man sollte das Vitamin D nicht vergessen.


    Vitamin D wird im Körper zu einem Hormon namens Calcitriol umgesetzt. In meinen Augen ein absolutes Wunderhormon. Wer sich nicht darum kümmert, also nicht auf genug Sonne achtet, geht absolut fahrlässig mit seiner Gesundheit um. Mehr noch: Calcitriol ist eine Lebensversicherung!


    Es gibt quasi kein Feld im Themenkomplex Gesundheit, das nicht mindestens zum Teil positiv von Calcitriol tangiert wird. Es hält die Arterien fit, schützt das Gehirn, hat Einfluss auf das Darmmikrobiom, stärkt die Darmbarriere und sogar die Bluthirnschranke, hat positiven Einfluss auf die Gesundheit der Muskulatur, auf den Glukose- und Insulin-Haushalt, es schützt vor Bakterien (Stichwort Cathelicidin) und bremst andererseits überschüssige Immunsreaktionen (Stichwort Autoimmunerkrankungen) aus.


    Und das war lediglich eine Auswahl!

    In Experimenten mit Tieren wird beispielsweise gezeigt, dass Vitamin D (genauer: Calcitriol) vor künstlich induzierten Autoimmunerkrankungen des Gehirns schützt. Jetzt lesen das einige Leute, setzen sich abends auf die Couch und essen die Vitamin-D-Tabletten wie Smarties.


    Das ist der größte Fehler, den man machen kann – und der von “NEM-Anfängern” immer wieder gemacht wird: Eine Substanz im Körper maximal hochschrauben – und sich um den Rest nur marginal kümmern. Da wird vergessen, dass der Körper ein System ist. Und hier müssen erst mal die Zahnräder greifen dürfen!


    Alleine im vergangenen Jahr erschienen zwei Arbeiten, die gezeigt haben, dass Vitamin D nur funktioniert, wenn eine ausreichende Menge Magnesium gegessen wird.


    Ein Wissenschaftler äußert sich beispielsweise so:

    Magnesiummangel unterbindet die Vitamin-D-Synthese und den Stoffwechselweg.

    Viele Menschen haben Empfehlungen von ihren Gesundheitsdienstleistern erhalten, Vitamin-D-Ergänzungen einzunehmen, um ihr Niveau, basierend auf ihren Bluttests, zu erhöhen.


    Neben Vitamin D ist jedoch auch der Magnesiummangel ein unerkanntes Problem. Bis zu 80 Prozent der Menschen nehmen nicht genug Magnesium zu sich, um die empfohlene Zufuhrmenge (RDA) zu erreichen.


    Recht hat der gute Mann, denn Magnesium reguliert sämtliche Enzyme des Vitamin-D-Stoffwechsels. So zum Beispiel die 1alpha-Hydroxylase, die die Umwandlung in die aktive Hormonform (Calcitriol) überhaupt erst ermöglicht!


    Es geht noch weiter: Viele Zielgene vom Calcitriol bzw. vom so genannten Vitamin-D-Rezeptor, können nur aktiviert werden, wenn zeitgleich das aus Vitamin A gebildete Hormon, die Retinsäure, in ausreichenden Mengen vorhanden ist.


    Und zu allem Übel ist dieser Hormonrezeptor, damit er überhaupt mit der DNA wechselwirken kann, von Zink abhängig. Denn Zink ermöglicht die DNA-Bindung erst. Dafür gibt es extra eine sogenannte Zinkfingerdomäne im Rezeptor, die Zink bindet und die dafür sorgt, dass der Rezeptor an die DNA binden kann.


    Calcitriol steigert im Endeffekt auch die Konzentration einiger Vitamin-K2-abhängiger Proteine, vor allem den Calcium-Haushalt betreffend, weswegen einige dazu raten, zusätzlich K2 einzunehmen, um diese Proteine zu aktivieren. Kann man machen. Viele tun dies, um sich vor Gewebeverkalkung zu schützen – allerdings zeigt sich, dass Magnesium hier möglicherweise viel stärker schützt. Aber das ist ein anderes Thema.


    Also: Die Wirkung von Vitamin D darf man erwarten, wenn zusätzlich Magnesium, Zink, Vitamin A und K2 in ausreichender Konzentration vorliegen. Wir brauchen ein in der Breite gut aufgestelltes System – lieber von allem ein bisschen.

    „Wer nicht handelt, dem wird auch der Himmel nicht helfen.“
    - Sophokles -

  • Newsletter von Chris.


    Hallo Leute,


    ich zitiere mal aus dem neuen Springer-Buch:

    Aktive Muskeln geben Substanzen in den Blutstrom ab, die in Ihrem ganzen Körper wirken können – in diesem Zusammenhang spricht man von Myokinen. Eine solche Substanz ist das Irisin, benannt nach der Götterbotin Iris (griechische Mythologie). Bei Bewegung wird dieses PGC­1α­-abhängige Myokin in den Blutkreislauf abgegeben. (...)


    Der Wachstumsfaktor des Hippocampus (Lernzentrum im Gehirn), BDNF („brainderived neurotrophic factor“), ist auch Irisin­- und somit PGC­1α-abhängig (Wrann et al. 2013). Bewegung, also Mitochondrien, also PGC­1α, also Irisin, macht Sie somit schlau – etwas überspitzt formuliert.

    Hier gibt es also einen einfachen Zusammenhang: Bewegung aktiviert das uns bekannte “Mitochondrien-Protein/Gen” PGC­1α unter anderem in den Muskeln. Dieses stimuliert die Bildung von Irisin. Irisin wird von Muskeln abgegeben und aktiviert im Gehirn – beispielsweise – die Bildung von BDNF.


    Deshalb kommt die im besten Journal, Nature, veröffentlichte, brandneue Studie zum Schluss:

    Indem wir zeigen, dass FNDC5/irisin ein wichtiger Vermittler der positiven Auswirkungen von Bewegung in Alzheimer-Modellen ist, stellen unsere Ergebnisse FNDC5/irisin als eine Wirksubstanz dar, die in der Lage ist, Synapsenversagen und Gedächtnisstörungen bei AD entgegenzuwirken.

    Wenn das alles wäre! Irisin soll sogar ein Grund sein, warum Sport vor Krebs schützt. Das wurde für einige Krebsarten gezeigt, zum Beispiel Krebs der Bauchspeicheldrüse. Irisin soll sogar das Herz schützen und das Fettgewebe metabolisch gesünder machen (“bräunen”).


    Praxistipp? Krafttraining! Ältere Herrschaften können so ihre Irisin-Werte verdoppeln! Ein Effekt vom Krafttraining, der auch an Ratten bestätigt wurde. Und unerhörter Weise steigt Irisin – zumindest kurzfristig – nach Krafttraining sogar stärker als nach Ausdauertraining. Eine Pilot-Studie zeigte Ähnliches.


    Fraglich bleibt dennoch, inwieweit Irisin relativ zur Fitness bzw. Körperkomposition des Probanden ansteigt. Heißt: Jemand, der übergewichtig ist und Sport treibt hat zunächst höhere Werte – später, wenn das Gewicht niedriger ist und die Fitness besser, stellen sich möglicherweise niedrigere Werte ein. Über dieses Irisin-Paradox wird in der Literatur auch diskutiert. Unabhängig davon haben fitte Menschen direkt nach dem Training deutlich mehr Irisin im Blut als unfitte.


    Grundsätzlich sollte man jedoch zusätzlich bedenken, dass Irisin im Zuge des Sports auch lokal im Gehirn gebildet wird und sozusagen direkt vor Ort wirkt, weshalb die Irisin-Werte im Blut nur als Marker verstanden werden können.


    Egal wie: Bewegung hilft! Denn natürlich gibt es nicht nur Irisin als Myokin, also Botenstoff des Muskels. Bis wir verstanden haben und wissen, welche und wie viele heilenden Myokine es gibt, wird noch ein Weilchen vergehen. In der Zwischenzeit sollte jeder Hanteln zuhause haben und damit trainieren.


    Herzlich,

    Phil und Chris

    „Wer nicht handelt, dem wird auch der Himmel nicht helfen.“
    - Sophokles -

  • ardnowa

    Hat das Thema geschlossen