Geheimes Tagebuch der Operation "Jungbrunnen"

  • [center]Operation "Jungbrunnen" ist startklar![/center]


    [center]jungbrunnen.jpg[/center]


    Nach den tapferen Gefechtsübungen der vergangenen Monate haben die Kameraden Soap, Spencer und Arsaneus nun der Krankheit Hashimoto endgültig den Krieg erklärt!


    Operation "Jungbrunnen" ist startklar. Ab jetzt wird zurückgeschossen!


    1. Unsere Analyse des Gegners
    Die Strategie des Feindes besteht darin, die Freund-Feind-Erkennung des Körpers zu täuschen, so dass dieser ein lebenswichtiges Organ (die Schilddrüse) selbst angreift. Die Verwendung von derart feiger Taktik zeugt bereits davon, mit wem wir es hier zu tun haben!


    Der Körper denkt, er wäre mit einem Krankheitserreger infiziert, und greift diesen mit seinem spezifischen Immunsystem an. Aus der Perspektive des Körpers handelt es sich also um eine gewöhnliche Infektionskrankheit. Plangemäß reagiert der Körper deshalb mit einer verstärkten Ausschüttung von reverse T3 (rT3), um den Metabolismus herunterzufahren und somit seine Kräfte zu schonen, wie es bei einer gewöhnlichen Erkältung der Fall ist.


    Alle Versuche, den Feind zu schlagen, scheitern daher an der erhöhten Produktion von rT3. Der Angriff mit herkömmlichen Waffen (L-Thyroxin, 1x täglich, morgens nüchtern) verstärkt diesen Effekt nur noch, weil der Körper auf das dadurch erzeugte unphysiologische fT3/fT4-Verhältnis mit weiterer Steigerung der rT3-Produktion reagiert. Außerdem bleiben hierbei ca. 16% aller Kameraden auf der Strecke, die einen Polymorphismus im Gen für die Deiodase Typ 2 aufweisen.


    Selbst wenn wir nun ein physiologisches T3:T4-Verhältnis in der Substitutionsdosis wählen, so führt das trotzdem zu keiner Wiederherstellung von Euthyreose. Gefechtsübungen an Arsaneus und Soap haben das eindeutig gezeigt, das fT3/rT3-Verhältnis blieb zu niedrig und das Befinden schlecht.


    Der Reiz des Körpers, zusätzliches rT3 zu produzieren, scheint somit von der Krankheit Hashimoto selbst auszugehen. Der Körper versucht, eine Infektion zu bekämpfen, und solange die vermeintliche Infektion besteht, reagiert er mit erhöhter rT3-Produktion. Aus diesem Grund kann mit konventioneller Taktik nicht die Oberhand gewonnen werden.


    Hierbei ist die Stärke der rT3-Produktion selbstverständlich davon abhängig, wie intensiv der Autoimmunprozess ist - das ist individuell verschieden.


    2. Unsere Angriffsstrategie
    Aus diesem Grund bleibt nur noch ein Mittel, um den Feind zu schlagen: Wir müssen ihm den Nachschub abdrehen!


    Kameradin Lieselotte und ihr tapferer Mann haben uns über die Fernmeldetruppe eine Nachricht zukommen lassen: Ihrem Mann ging es durch die Anwendung unserer bisherigen Strategie besser, aber noch nicht optimal. Als er daraufhin das T3:T4-Verhältnis eigenmächtig weiter in Richtung T3 verschob (ohne dabei die Gesamthormonwirkung nennenswert zu erhöhen!), stellte er fest, dass sein Befinden sich deutlich verbesserte.


    Leider haben Lieselotte und ihr Mann gerade erst ihren eigenen, persönlichen Kampf gegen den Schilddrüsenkrebs gewonnen (Gratulation hierzu!), und können uns aufgrund ihrer Erschöpfung noch keine neuen Blutwerte zur Verfügung stellen. Wir sind aber überzugt davon, dass die beiden auf der richtigen Spur sind, und bedanken uns für die Aufklärungsarbeit!


    Aufgrund der uns vorliegenden Daten sind wir überzeugt, dass wir den Kampf gegen den Feind Hashimoto gewinnen können, indem wir ihm den Nachschub an T4 abschneiden. Diese Strategie wurde von tapferen Soldaten aus diversen englischsprachigen Forentruppen bereits ausgiebig getestet, allerdings enthielt deren Schlachtplan eine fatale Schwachstelle:
    Sie dosierten entweder zu extrem (T3-only), so dass auch für die eigenen Truppen keine T4-Verpflegung mehr bereitstand - oder sie dosierten zu hoch, so dass der Körper in Überdosierung gelangte und folgerichtig mit erhöhter rT3-Produktion reagierte.


    Nach sorgfältiger Analyse sind wir zu dem Schluss gekommen, dass ein Strategiewechsel anzuraten ist: Anstelle T4 gänzlich wegzulassen, graben wir dem Feind das Wasser nur so weit ab, bis dieser nicht mehr genügend Munition zur Herstellung von übermäßig viel rT3 zur Verfügung hat. Außerdem begrenzen wir die Einnahme der Schilddrüsenhormone auf eine Menge, die den TSH nicht supprimiert, um zu verhindern, dass der Körper mit gesteigerter rT3-Produktion reagiert.


    Auf diese Weise schalten wir die Abwehrmaßnahmen des Gegners effektiv aus.


    3. Der konkrete Schlachtplan
    Unsere Truppe ist bereits mit einer Reihe von neuen Taktiken vertraut (S.W.A.T. - special weapons and thyroid-hormones). Dazu gehören u.a. T4-Splitting, 4x tägliche T3-Einnahme, Berechnung von resorptionskorrigierten T3:T4-Verhältnissen, rT3-Messung, und vieles mehr, auf das ich aus Sicherheitsgründen natürlich nicht im Detail eingehen kann. Außerdem verfügt unsere Truppe über kistenweise Studien mit explosiven Inhalten, die garantiert Zündstoff bieten.


    Diese Errungenschaften werden selbstverständlich beibehalten, wir führen jetzt nur einen Strategiewechsel durch, indem wir den Nachschub an T4 limitieren. Konkret sieht das folgendermaßen aus:


    • Wahl einer Gesamthormonwirkung, die den TSH in einen Bereich von ungefähr 0,5-1,0 mIE/L bringt.
    • Splitting des T4 in zwei Teildosierungen, die unmittelbar nach dem Aufstehen und unmittelbar vor dem Einschlafen eingenommen werden.
    • Wahrung von mind. 30 min. (morgens) bzw. 2 Std. (abends) Sicherheitsabstand zwischen Nahrung und T4.
    • Splitting des T3 in vier Teildosierungen, die in Intervallen von ca. 5 Stunden eingenommen werden. Beginnend mit dem Aufstehen.
    • Beibehalten einer Dosis für mind. 8 Wochen. Kürzere Intervalle haben sich als ineffektive Blindgänger herausgestellt, die nur zur Konfusion der Truppe und der dazugehörigen Sanitäter führen.
    • Messung von stets vier Blutwerten: TSH + fT3 + fT4 + rT3. Hierbei ist unbedingt der TSH-Referenzbereich von Kompanie Völzke et al. zu berücksichtigen (vgl. hier), da die gängigen Bereiche zu weit gefasst sind. Messung immer beim gleichen Sanitäter. Messung nicht bei billigen Feldlazaretten oder anderen offensichtlich nicht ausreichend qualifizierten Messstellen. Messung immer unter exakt denselben Bedingungen (2 Tage kein Sport, ausreichend Schlaf, letzte Dosis vorm Einschlafen, Dosis am Tag der Messung erst nach der Messung einnehmen, Blutentnahmezeitpunkt notieren und konstant halten, etc. pp.).
    • Berücksichtigung der Verhältnisse "fT3/fT4" und "fT3/rT3" bei der Interpretation der Blutwerte. Referenzbereiche hierfür sind: fT3/fT4 = 0,22 - 0,50 bzw. fT3/rT3 = ca. 18*10[super]-3[/super] - 26*10[super]-3[/super]. Quellen hierzu sind die Sanitätshandbücher von Gullo et al., 2008 und ein alter Schinken von Chomard et al., 1985.
    • schwierigster Punkt: Wahl eines T3:T4-Verhältnisses in der Dosierung, das genug T4 für die Verpflegung unserer eigenen Leute übrig lässt, aber die rT3-Bildung des Gegners ausreichend herabsetzt. Hierbei werden wir testweise ein Verhältnis im Bereich 1:4 bis 1:5 verwenden. Die genaue Berechnung ist mit einer Formel möglich, die unsere Kompanie entwickelt hat:



    Wir sind davon überzeugt, dass eine Limitation des T4-Nachschubs zu einer Normalisierung des fT3/rT3-Verhältnisses führt, und somit den endgültigen Sieg herbeiführt! :Haue:


    4. Berichterstattung
    Um die Protokollierung unserer Schlachten zu vereinfachen, führen wir ein gemeinsames Tagebuch. Die individuellen Tagebücher werden für den Zeitraum unserer Operation vorübergehend stillgelegt.


    Wir starten nun mit den individuellen Ausgangssituationen der einzelnen Soldaten der Truppe.

  • Arsaneus, Tag 0


    Meine neue Dosis ist:
    ca. 7 Uhr: 3 Tropfen Liotir + 1/2 Tbl. L-Thyroxin Henning 75
    ca. 12 Uhr: 3 Tropfen Liotir
    ca. 17 Uhr: 3 Tropfen Liotir
    ca. 23 Uhr: 5 Tropfen Liotir + 1/2 Tbl. L-Thyroxin Henning 75


    Das entspricht folgenden Hormonmengen:
    ca. 7 Uhr: 2,13µg T3 + 37,5µg T4
    ca. 12 Uhr: 2,13µg T3
    ca. 17 Uhr: 2,13µg T3
    ca. 23 Uhr: 3,55µg T3 + 37,5µg T4


    Insgesamt werde ich 75µg T4 + 9,94µg T3 einnehmen. Das entspricht einer Gesamthormonwirkung von ca. 105µg T4, und wird lt. meiner aktuellen Blutentnahme meinen TSH bei voraussichtlich ca. 0,6 mIE/L halten. Das molare, resorbierte Verhältnis T3:T4 ist bei mir ca. 1:5.


    Die Aufteilung des T3 habe ich so gewählt, um einen kleinen fT3-Nachtanstieg zu erzeugen, wie ihn auch Gesunde haben.


    Morgens halte ich mind. 30 min. Abstand zur Nahrung, abends mind. 2 Stunden. Die Medikamente nehme ich pünktlich nach dem Aufwachen bzw. vor dem Einschlafen ein.


    Alle Zeitangaben verstehen sich ± 2 Stunden.


    Parallel dazu werde ich folgenden Trainingsplan durchziehen, 3x wöchentlich 1 Stunde:


    Kniebeugen 3 Sätze á 10 Wdh. Startgewicht: 40kg
    Bankdrücken 3 Sätze á 10 Wdh. Startgewicht: 40kg
    Rückenstrecken am Gerät 3 Sätze á 10 Wdh. Startgewicht: 45kg
    Crunches am Gerät 3 Sätze á 10 Wdh. Startgewicht: 40kg
    Dips 3 Sätze á 10 Wdh. Startunterstützung: 2 lbs
    Klimmzüge am Gerät 3 Sätze á 10 Wdh. Startunterstützung: 10 lbs
  • Soap, Tag 0

    Meine neue Dosis ist:

    ca. 7 Uhr: 6 Tropfen Liotir + 1,5 Tbl. L-Thyroxin Henning 25
    ca. 12 Uhr: 4 Tropfen Liotir
    ca. 17 Uhr: 4 Tropfen Liotir
    ca. 23 Uhr: 6 Tropfen Liotir + 1/2 Tbl. L-Thyroxin Henning 100


    Das entspricht folgenden Hormonmengen:
    ca. 7 Uhr: 4,26µg T3 + 37,5µg T4
    ca. 12 Uhr: 2,84µg T3
    ca. 17 Uhr: 2,84µg T3
    ca. 23 Uhr: 4,26µg T3 + 50µg T4


    Insgesamt werde ich 87,5µg T4 + 14,2µg T3 einnehmen. Das entspricht einer Gesamthormonwirkung von ca. 130µg T4.


    Das molare, resorbierte Verhältnis T3:T4 ist bei mir ca. 1:4. Für dieses Verhältnis habe ich mich entschieden, da das rT3/fT3-Verhältnis bei der BE vom 13.09.13 bei einem Verhältnis von 1:8 immer noch zu niedrig war.


    Morgens halte ich stets 60 min. Abstand zur Nahrung, abends im Regelfall 3 Stunden (mind. aber 2 Std.)

  • Spencer, Tag 0
    (morgen gehts los)


    Meine neue Dosis ist: 88µg Euthyrox + 15µg Thybon


    Das entspricht einer Gesamthormonmenge von ca. 130µg T4 und einem resorbierten T3:T4 Verhältnis von ca. 1:4


    ca. 7 Uhr: 1/4 Thybon + eine halbe 88er Euthyrox
    ca. 12 Uhr: 1/8 Thybon
    ca. 17 Uhr: 1/8 Thybon
    ca. 23 Uhr: 1/4 Thybon + eine halbe 88er Euthyrox


    Das entspricht folgenden Hormonmengen:


    ca. 7 Uhr: 5µg T3 + 44µg T4
    ca. 12 Uhr: 2,5µg T3
    ca. 17 Uhr: 2,5µg T3
    ca. 23 Uhr: 5µg T3 + 44µg T4



    Morgens wird min. 1 - 1/2 Stunden Abstand zum Frühstück gehalten,
    Abends versuche ich ca. 2 Stunden Luft zum letzten Essen zu lassen....mal sehen ob das klappt :)

  • Sagt mal ehrlich: Was soll der Quatsch?
    Thema gesperrt, geheimes Tagebuch "Operation Jungbrunnen"?


    Ich fasse es nicht! Ihr seid doch alle erwachsen, oder?
    Zumindest Spencer sollte es sein.


    Spielt ihr jetzt Indianer und Apachen?

  • Lass sie doch, die Jungs wollen doch nur spielen.


    liebe Grüße, Uli.

  • Moin zusammen,


    DonnaS schrieb:

    Zitat

    Sagt mal ehrlich: Was soll der Quatsch?
    Thema gesperrt, geheimes Tagebuch "Operation Jungbrunnen"?


    Ich meine................es führen ja bekanntlich viele Wege nach Rom - und am Ende ist doch nur wichtig, daß wir ankommen.
    Über diesen speziellen Weg nach Rom könnte man/frau streiten - muß es aber GsD nicht - ich habe jedenfalls hell gelacht und finde daß dieser Weg, einfach nur von Begeisterungsfähigkeit, Kreativität und viel Sachverstand spricht!
    und - was ich persönlich besonders kostbar finde:
    Ich deute das aktuelle Geschehen, als ein Hinweis auf viel Sozialkompetenz=== schließlich werden hier gerade Erfahrungen und Bemühungen mit anderen Menschen geteilt===zwar auf eine sehr ungewöhnliche Weise - mag ja sein............. aber: SO WHAT


    He Arsa, wie kommt Ihr nun zu der Entscheidung das 1:4 ein gutes Verhältnis sein müßte um die überschießende rT3-Produktion genügend zu drosseln? Daß habt ihr euch ja gewiss nicht einfach so ausgedacht!
    ;) ""neugierig frag"


    (Mein Mann nimmt derzeit etwa 1: 6,5 und ich etwa 1:10 - ich muß es noch mal exakt ausrechnen)

  • Ich finde es faszinierend wie recherchiert, gerechnet und überlegt wird und es doch irgendwie kein gutes Ende gibt. Das ist nun die wievielte Theorie...? (die zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis führt)


    Ich habe in den letzten Monaten viele, ganz viele gelesen und beobachtet, die wie verrückt splitten. Interessant ist aber, dass nicht einer zu 100% Wohlbefinden erreicht hat.


    Ich wünsche euch viel Glück! (insbesondere dir spencer, wenngleich ich dein Vorgehen bei deinen aktuellen Werten und vor allem deinem Befinden sehr befremdlich finde)

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous ()

  • Klasse !!.. warum auch nicht. T3 ist jetzt der Star. Warum geht es vielen mit Schweinehormonen und einem 1:5 Verhältnis so gut. Bitte nehmt alle den Haarausfall mit rein. Libido wäre auch ganz lustig und interessant... hohe T3 Spiegel und Testosteron!!
    Ich friere grade mal wieder wie ein Eisklotz, ich bin am verzweifeln. Ich werde mitmachen, was habe ich zu verlieren. Als ich bei meinem Versuch auf 15-20 T3 erhöht habe, bin ich mit dem T4 nicht ausreichend weit runtergegangen. Bedenkt man zusätzlich, dass der T4 Spiegel Wochen braucht um zu fallen war ich einfach zu ungeduldig. Geduld ist nicht gerade meine Stärke :Vollpanik: .
    Ich gehe von 137 T4 + 5 T3 auf 100 T4 + 15 T3.
    :GuteNacht:


    ach ja : „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.“ :P

  • Zitat von Misfits

    Bitte nehmt alle den Haarausfall mit rein.


    Hierzu sehr lesenswert:


    Beek et al.: "Thyroid Hormones Directly Alter Human Hair Follicle Functions: Anagen Prolongation and Stimulation of Both Hair Matrix Keratinocyte Proliferation and Hair Pigmentation", J Clin Endocrinol Metab 93: 4381-4388, 2008.


    Auch die Pigmentation wird hier behandelt.


    Zitat von Misfits

    Libido wäre auch ganz lustig und interessant... hohe T3 Spiegel und Testosteron!!


    Cavaliere et al.: "Serum levels of total testosterone and sex hormone binding globulin in hypothyroid patients and normal subjects treated with incremental doses of L-T4 or L-T3.", J Androl. 1988 May-Jun;9(3):215-9.


    Kilic et al.: "The effect of exhaustion exercise on thyroid hormones and testosterone levels of elite athletes receiving oral zinc.", Neuro Endocrinol Lett. 2006 Feb-Apr;27(1-2):247-52.


    Ariyaratne et al.: "Effects of thyroid hormone on Leydig cell regeneration in the adult rat following ethane dimethane sulphonate treatment.", Biol Reprod. 2000 Oct;63(4):1115-23.



    Zitat von Misfits

    Ich friere grade mal wieder wie ein Eisklotz


    3,5-T2 (ein Schilddrüsenhormon, das nur durch die Deiodierung von T3 entsteht) erhöht signifikant den Grundumsatz des Körpers. Durch Deiodierung von rT3 kann es nicht gebildet werden, weshalb davon auszugehen ist, dass ein falsches Verhältnis fT3/rT3 zu einem Mangel an 3,5-T2 führt.


    Goglia et al.: "Biological Effects of 3,5 Diiodothyronine (T2)", Biochemistry (Moscow), Vol. 70, No. 2, 2005, pp. 164 172.


    Zitat von Misfits

    Ich werde mitmachen, was habe ich zu verlieren.
    Ich gehe von 137 T4 + 5 T3 auf 100 T4 + 15 T3.


    Diese Dosis hätte das gewünschte Verhältnis von ca. 1:4 (T3:T4, resorptionskorrigiert).


    Ich habe deinen Werteverlauf nicht im Kopf, aber du solltest dann darauf achten, dass die Gesamthormonwirkung deinen TSH nicht supprimieren lässt. Diese Dosis ist äquivalent zu ca. 145µg T4. Du müsstest das sicherheitshalber mit deinen bisherigen SD-Werten abgleichen, ob das passt.


    Bei TSH-Supprimierung gerät der Körper in eine latente Hyperthyreose und versucht, mit der Produktion von rT3 dagegenzusteuern. Das ist natürlich exakt das Gegenteil von dem, was wir erreichen wollen. Dasselbe Problem haben auch viele T3-only und NDT-Nehmer: Ihre Dosis ist insgesamt zu groß. Viele Erfahrungsberichte erzählen davon, dass eine Reduktion da hilft, und auch bei STTM wird das empfohlen.


    Außerdem solltest du das T4 dann splitten (morgens nach dem Aufwachen + abends vor dem Einschlafen, Abstand zum Essen 30 min. bzw. 2 Stunden), und das T3 viermal täglich einnehmen (in Intervallen von ungefähr 5 Stunden). Schau dir da am besten Soaps/Spencers/meine Einnahmepläne an.


    Zitat von Lieselotte

    He Arsa, wie kommt Ihr nun zu der Entscheidung das 1:4 ein gutes Verhältnis sein müßte um die überschießende rT3-Produktion genügend zu drosseln? Daß habt ihr euch ja gewiss nicht einfach so ausgedacht!


    Wir sind durch Berichte von Patienten darauf gekommen. Insbesondere der Fall deines Mannes hat uns da weitergeholfen (und zu dem Zeitpunkt, als er seinen großen Befindenssprung gehabt hat, nahm er 20µg T3 + 137µg T4, also ein Verhältnis von ca. 1:4-1:5).


    Allerdings handelt es sich dabei um eine Menge, die vermutlich TSH-supprimierend gewesen ist, weil dein Mann ja SD-Krebs gehabt hat. Wir versuchen jetzt, denselben Effekt bei TSH-erhaltender Dosis hinzubekommen.


    Viele Berichte aus der NDT-Szene sprechen dafür, dass wir damit auf der richtigen Spur liegen. Wir konnten uns nur bislang nie erklären, wieso der Körper überhaupt so große rT3-Mengen produziert. Zuerst nahmen wir an, es läge daran, dass das T3:T4-Verhältnis in der Substitutionsdosis unphysiologisch ist. Inzwischen sind wir der Meinung, dass die Ursache im Autoimmunprozess selbst liegt - der Körper lässt den rT3 genauso ansteigen, wie wenn er eine Infektionskrankheit hätte. Aus der Perspektive des Körpers hat er schließlich eine, er verwechselt ja das Schilddrüsengewebe mit einem Krankheitserreger und versucht, diesen "Erreger" mit Hilfe des spezifischen Immunsystems zu vernichten.

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